Hintergrund
Eine retrospektive Querschnittsanalyse von 14.007 Minderjährigen aus den NHANES‑Daten 2007–2018 hat Zusammenhänge zwischen Schwermetallbelastungen und Entzündungskennzahlen untersucht. Ziel war es, den Body‑Mass‑Index (BMI) als potenziellen Vermittler dieser Beziehungen zu prüfen.
Methodik
Die Teilnehmer wurden in vier Altersgruppen eingeteilt: Kleinkinder (2.487), Vorschulkinder (2.297), Schulkinder (5.019) und Jugendliche (4.204). Mehrfache lineare Regressionsmodelle sowie Mediationsanalysen wurden angewendet, um die Assoziationen zwischen Blutkonzentrationen von Blei (Pb), Cadmium (Cd) und Quecksilber (Hg) und verschiedenen Entzündungsquotienten zu bestimmen. Der BMI wurde dabei als Mediatorvariable einbezogen.
Ergebnisse – Blutblei
Blut‑Pb zeigte eine positive Korrelation mit dem Lymphozyten‑Monozyten‑Verhältnis (LMR, β = 0.70, 95 % CI 0.60–0.81) und dem Plättchen‑Neutrophilen‑Verhältnis (PNR, β = 14.88, 95 % CI 12.29–17.47). Der BMI vermittelte 25.89 % bzw. 27.02 % dieser Effekte. Negative Zusammenhänge bestanden zwischen Pb und dem Neutrophil‑Lymphozyten‑Verhältnis (NLR, β = −0.29, 95 % CI −0.34–−0.24), dem Plättchen‑Lymphozyten‑Verhältnis (PLR, β = −10.35, 95 % CI −12.61–−8.08) sowie dem Neutrophil‑Monozyten‑Verhältnis (NMR, β = −0.63, 95 % CI −0.78–−0.48). Der BMI erklärte 37.64 %, 22.40 % und 39.59 % dieser negativen Effekte.
Ergebnisse – Cadmium und Quecksilber
Blut‑Cd und Blut‑Hg waren ebenfalls mit den untersuchten Entzündungsquotienten assoziiert. In allen Fällen zeigte die Mediationsanalyse, dass der BMI einen signifikanten Anteil der jeweiligen Effekte vermittelte, wobei die prozentualen Anteile je nach Quotient variierten.
Bedeutung des BMI
Die Analysen legen nahe, dass der BMI nicht nur ein Begleitfaktor, sondern ein wesentlicher Vermittler zwischen Schwermetallexposition und entzündlichen Prozessen bei Minderjährigen ist. Dies deutet darauf hin, dass adipöse Zustände die immunologische Reaktion auf Umweltgifte modulieren können.
Schlussfolgerungen
Die Studie bestätigt, dass schwere Metalle im Blut von Minderjährigen mit veränderten Entzündungskennzahlen verbunden sind und dass der BMI einen bedeutenden Mediationsanteil übernimmt. Diese Erkenntnisse könnten für Präventionsstrategien und gesundheitspolitische Maßnahmen relevant sein.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
