Auf dem Barwon River im Norden von New South Wales befinden sich die Brewarrina-Fischfallen, ein von Ureinwohnern errichtetes Aquakultursystem, das zu den ältesten bekannten Bauwerken der Menschheit zählt. Wissenschaftler diskutieren das genaue Alter, das zwischen 1 000 und 40 000 Jahren liegen könnte, während das Bauwerk seit Jahrhunderten als wichtiger Nahrungs- und Handelsplatz dient.
Aufbau und Funktionsweise
Die Anlage erstreckt sich über fast einen halben Kilometer und besteht aus einer Reihe von Trockenmauern und Teichen, die das Flusswasser gezielt lenken. Durch strategisch platzierte Schleusen können Fische beim Auf- und Abwärtswandern gefangen werden, wodurch ein kontinuierlicher Ertrag gesichert wird.
Historische Bedeutung fĂĽr die Ureinwohner
Vor der Kolonisation lebten bis zu 3 000 Menschen in der Umgebung, die aus acht verschiedenen Stämmen stammten. Die Fischfallen dienten nicht nur der Nahrung, sondern auch als Treffpunkt für Handel, Zeremonien und den Austausch kultureller Praktiken.
Schutzstatus
Im Jahr 2005 wurde das Ensemble in die Liste der Nationalen Kulturerbestätten aufgenommen, wodurch es rechtlich geschützt und als bedeutendes Zeugnis indigener Ingenieurskunst anerkannt wurde.
Wissenschaftliche Einschätzungen
Anne Clark, Professor für Geschichte an der University of Technology Sydney, betonte 2019 die außergewöhnliche Komplexität des Systems und dessen Anpassung an saisonale Flussveränderungen. Der Archäologe Duncan Wright wies 2015 darauf hin, dass selbst ein Alter von lediglich 1 000 Jahren die Bedeutung der Anlage nicht mindere, da sie ein herausragendes Beispiel für die Fähigkeit von Jäger‑ und Sammlergesellschaften darstelle, Landschaften zu nutzen.
Altersdebatte
Einige Quellen vermuten ein Alter von bis zu 40 000 Jahren, während andere Studien ein jüngeres Entstehen von etwa 1 000 Jahren ansetzen. Bisher fehlt jedoch ein wissenschaftlich verifiziertes Datum, sodass die Diskussion weitergeführt wird.
Gegenwart und Tourismus
Das Brewarrina Aboriginal Cultural Museum präsentiert die Fischfallen einem breiten Publikum. Der Museummanager Bradley Hardy betont die Bedeutung des Ortes als lebendiges Erbe und fördert den verantwortungsvollen Besuch durch Touristen.
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