Sonstige: Budj Bim – Eel Farming Site zählt zu den ältesten weltweit
Ein UNESCO‑Weltkulturerbe in West‑Victoria, Australien, beherbergt ein komplexes Aquakultursystem, das nach aktuellen Forschungsergebnissen bis zu 6 600 Jahre alt ist. Wissenschaftler haben die Datierung mittels Radiokohlenstoffmessungen ermittelt, wodurch das Gebiet zu den ältesten bekannten Fischzuchtanlagen der Welt gehört.
Historischer Kontext
Der Vulkan Budj Bim, heute erloschen, bildete vor Jahrtausenden basaltische Lavaflüsse, die natürliche Wasserläufe formten. Indigene Völker nutzten diese Gegebenheiten, um systematisch Wasser zu regulieren und eiertragende Flüsse zu kanalisieren.
Archäologische Befunde
Rund 300 steinverkleidete Strukturen, darunter Fischfangtrappen, Kanäle und Lagerhäuser, wurden ausgegraben. Der Archäologe Ian J. McNiven von der Monash University betont, dass die Bauwerke mindestens 6 600 Jahre zurückreichen und damit die Annahme widerlegen, dass die Bewohner ausschließlich nomadische Jäger‑ und Sammler waren.
Kulturelle Bedeutung fĂĽr die Gunditjmara
Die Gunditjmara, traditionelle Eigentümer des Landes, betrachten das System als integralen Bestandteil ihrer Kultur. Historische Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert, etwa eine handgezeichnete Karte von Alexander Ingram (1893), belegen die frühe Beobachtung der Fischereianlagen.
Moderne Nutzung und Tourismus
Heute betreibt die Winda‑Mara Aboriginal Corporation geführte Führungen, bei denen Besucher die Steinbehälter am Tae Rak Aquaculture Center besichtigen und regionales Busch‑Tucker‑Eel‑Gericht verkosten können. Ein TikTok‑Beitrag von @westvicbrolga dokumentiert einen solchen Rundgang.
Wissenschaftliche Einschätzungen
Der Professor erklärt, dass die gezielte Manipulation von Wasserflüssen und Ökosystemen bereits vor dem europäischen Kontakt stattfand und damit ein frühes Beispiel nachhaltiger Ressourcennutzung darstellt.
Ausblick
Die Anerkennung des Budj‑Bim‑Komplexes als Weltkulturerbe stärkt die Forschungsperspektiven und unterstützt die Bewahrung des kulturellen Erbes der Gunditjmara für zukünftige Generationen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Global Voices, lizenziert unter Creative Commons BY. Offene journalistische Inhalte.
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