Gesamtbewertung
Der Bundesrat hat die Ăśbernahme der Stasi‑Unterlagen in das Bundesarchiv als „gelungen“ eingestuft. Laut dem Evaluierungsbericht verlief die Integration weitgehend friktionslos, und die befĂĽrchteten Einschränkungen bei der Aufarbeitung des ehemaligen DDR‑Unrechts wurden als gegenstandslos bestätigt.
Berichtshintergrund
Der Bericht mit dem Titel „Evaluierungsbericht zum Transformationsprozess des Stasi‑Unterlagen‑Archivs in das Bundesarchiv“ wurde als Unterrichtung (21/6550) vorgelegt. Er hebt die erhaltene Sichtbarkeit und Eigenständigkeit des Stasi‑Unterlagen‑Archivs (StUA) mit nationaler und internationaler Vorbildwirkung hervor.
Digitalisierung
Die vollständige Digitalisierung des Bestands stößt weiterhin auf Grenzen. Bei einem Aktenbestand von 112,5 Kilometern beträgt die jährliche Zuwachsquote lediglich 0,5 Prozent, was etwa sechs Millionen Seiten von insgesamt 1,4 Milliarden Seiten entspricht. Der Bericht bezeichnet die Digitalisierung eines priorisierten Kernbestands als „akzeptablen Kompromiss“.
Physische Unterbringung
Die dauerhafte Unterbringung der Unterlagen ist in einem Archivzentrum in Berlin‑Lichtenberg sowie an fünf Standorten in den ostdeutschen Bundesländern geplant. Die vorbereitenden Maßnahmen seien abgeschlossen, jedoch seien die aufwändigen Bauplanungen noch nicht begonnen, weil ausreichende Haushaltsmittel bislang nicht zur Verfügung stehen.
Rekonstruktion zerstörter Unterlagen
Die Rekonstruktion von vorvernichteten Stasi‑Unterlagen wurde nicht entscheidend vorangetrieben. Die manuelle Rekonstruktion wird fortgesetzt, während ein im Juni 2023 gestartetes Interessenbekundungsverfahren keinen Anbieter für ein belastbares Verfahren oder Kostenprognose liefern konnte. Ein begrenztes Pilotprojekt zur virtuellen Rekonstruktion ist vorgesehen, jedoch fehlen dafür ebenfalls Mittel.
Finanzierung und Ausblick
Der Bericht mahnt, dass dem Bundesarchiv bislang keine ausreichenden Haushaltsmittel für die Bauvorhaben und das Pilotprojekt zur Verfügung stehen. Die größte Herausforderung bleibt die Erschließung von circa 15.400 Behältnissen (Säcken) nicht rekonstruierter Unterlagen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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