Deutschland: Bundesminister und französischer Minister diskutieren digitalen Jugendschutz
Bei einer Anhörung der Deutsch‑Französischen Parlamentarischen Versammlung in Paris am 22. Juni 2026 betonten der deutsche Bundesminister für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien und der französische Minister für Sport, Jugend und Gemeinwesen Marina Ferrari die Bedeutung des Deutsch‑Französischen Jugendwerks und thematisierten den Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum.
Rolle des Deutsch‑Französischen Jugendwerks
Das Jugendwerk ermögliche seit Jahren Begegnungen von mehr als 10 000 jungen Menschen in Schulaustauschen, Praktika, Freiwilligendiensten, interkulturellen Projekten und Sprachprogrammen. Beide Minister hoben hervor, dass diese Aktivitäten zur Stärkung gemeinsamer europäischer Werte beitragen.
Digitaler Raum und geplante MaĂźnahmen in Frankreich
Prien verwies darauf, dass das Internet für viele Jugendliche zum zentralen Lebensbereich geworden sei. Frankreich plane ein Verbot sozialer Netzwerke für Nutzer unter 15 Jahren, ein klares Signal für mehr Sicherheit. Gleichzeitig betonte Ferrari, dass das Handyverbot an Schulen aus Gründen der öffentlichen und geistigen Gesundheit gelte.
Deutschlands Expertenkommission und geplante Strategie
In Deutschland wird am kommenden Mittwoch die Ergebnispräsentation einer Expertenkommission zum Jugendmedienschutz stattfinden. Die Kommission habe bereits im April festgestellt, dass der aktuelle Schutzauftrag gegenüber Kindern und Jugendlichen weder national noch europäisch ausreichend erfüllt werde.
Gemeinsame europäische Initiative
Beide Ministerinnen – nun als Minister bezeichnet – vereinbarten, die Empfehlungen der Kommission zu prüfen und darauf basierend eine Gesamtstrategie zu entwickeln, die sich an europäischen Partnern orientiere. Ziel sei ein koordinierter Ansatz, der rechtliche Vorgaben, Prävention von Online‑Mobbing und die Eindämmung von Internet‑Pornografie umfasst.
Ausblick auf Medienbildung
Prien forderte eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Landesbildungs- und Landesjugendministern, um eine altersgerechte Medienbildung zu etablieren, die Lehrkräfte, Eltern und Jugendliche gleichermaßen einbeziehe. Sie betonte, dass ein gemeinsamer europäischer Wandel nötig sei, um bestehende Altersgrenzen wirksam durchzusetzen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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