Die Bundesregierung hat am 2. Oktober 2026 die Unterstützung für die Landnutzungsplanung im Rahmen des Entwicklungsprogramms zur nachhaltigen Entwicklung des Serengeti‑Ökosystems in Tansania beendet. Die Entscheidung folgte auf die Ablehnung der erarbeiteten Pläne durch den zuständigen District Council, nachdem indigene Maasai Kritik geäußert hatten.
Projektübersicht
Im Zuge des Vorhabens zur nachhaltigen Entwicklung des Serengeti‑Gebiets finanzierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Maßnahmen zur Planung und Finanzierung von Infrastruktur, die den Erhalt der Biodiversität und die Förderung lokaler Wirtschaft unterstützen sollten. Das Projekt war Teil einer längerfristigen Kooperation zwischen Deutschland und Tansania, die seit 2016 umgesetzt wird.
Reaktion der lokalen Gemeinschaft
Der District Council verweigerte die Genehmigung der Landnutzungspläne, nachdem Vertreter der indigenen Maasai Bedenken hinsichtlich möglicher Vertreibungen, Einschränkungen traditioneller Weiderechte und der Beschlagnahmung von Viehbeständen äußerten. Die Maasai betonten die Notwendigkeit, Naturschutz mit den Bedürfnissen ihrer Herdenhaltung zu vereinbaren.
Stellungnahme der Bundesregierung
Die Bundesregierung erklärte, dass die Bevölkerung vor Ort in die Planung und Finanzierung der Aktivitäten einbezogen werde und dass ihr keine Vorfälle bekannt seien, die seit 2016 im Zusammenhang mit Umsiedlungen, Einschränkungen traditioneller Weiderechte oder Gewaltanwendung von Sicherheitskräften stehen. Die finanzierten Projekte erfüllten laut Ministerium Nachhaltigkeitsrichtlinien sowie Umwelt- und Sozialstandards, einschließlich einer Bewertung menschenrechtlicher Risiken.
Einbindung von NGOs
Die Bundesregierung nahm die Informationen und Forderungen von Nichtregierungsorganisationen, darunter die „Maasai Conservation Vision“, zur Kenntnis. Die indigenen Maasai hatten im Januar 2025 in Daressalam eine Vision für den Naturschutz vorgelegt, die die Koexistenz von Wildtieren und Weidetieren in den Mittelpunkt stellt und dem BMZ überreicht wurde.
Ausblick
Die Konsultationen mit der betroffenen Bevölkerung bleiben laut Bundesregierung das zentrale Element für die weitere Ausgestaltung von Projekten. Das Ministerium betonte, dass zukünftige Initiativen weiterhin auf Dialog und die Berücksichtigung lokaler Anliegen ausgerichtet seien.
Gesamtzusammenhang
Die Maßnahme ist Teil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Tansania, die neben ökologischen Zielen auch soziale und wirtschaftliche Verbesserungen anstrebt. Das Ende der Unterstützung für die Landnutzungsplanung soll sicherstellen, dass weitere Projekte den Bedürfnissen der lokalen Gemeinschaft entsprechen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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