Deutschland: Bilanz der 12‑Uhr‑Preisregel im Kraftstoffmarkt
Die Einführung der 12‑Uhr‑Preisregel für Benzin und Diesel hat laut Bundesregierung zu einer deutlichen Verringerung der täglichen Preisänderungen an Tankstellen geführt. Die Regelung, die seit dem 1. April 2026 gilt, erlaubt Tankstellen nur noch eine Preisänderung pro Tag, jeweils um 12 Uhr.
Hintergrund der Regelung
Mit dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz soll die Verlässlichkeit von Preisinformationen für die Kunden gestärkt werden. Neben der Beschränkung der Preisänderungen soll das Gesetz die Kartellbehörden befähigen, missbräuchliche Preissteigerungen besser zu kontrollieren und sektorale Untersuchungen effizienter zu gestalten.
Veränderte Preisdynamik
Vor Inkrafttreten der 12‑Uhr‑Regel wurden an deutschen Tankstellen durchschnittlich 20‑bis‑22 Preisänderungen pro Tag beobachtet. Seit dem Gesetz gilt, sinkt die Zahl auf sechs‑bis‑sieben Änderungen pro Tag, wobei die zulässige tägliche Anpassung fast ausschließlich Preisreduktionen umfasst.
Auswirkungen auf den Markt
Durch die stabileren Preisinformationen können Kunden die Preise über Vergleichs‑Apps besser prüfen und preisbewusster tanken. Die Bundesregierung sieht darin eine Stärkung der Nachfrageseite und damit eine Förderung des Wettbewerbs im Kraftstoffmarkt.
Zusätzlich stärkt das Gesetz das Bundeskartellamt, das nun über erweiterte Befugnisse zur Überwachung von Preisentwicklungen verfügt. Konkrete Aussagen zu laufenden Verfahren des Kartellamts wurden von der Bundesregierung nicht gemacht.
Für das Kraftstoffpreisanpassungsgesetz ist nach einem Jahr eine Evaluation vorgesehen, während die Änderungen des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen nach fünf Jahren geprüft werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
Ende der Ăśbertragung