Die Bundesregierung hat in einer schriftlichen Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD‑Fraktion die Vorgehensweise bei der Ermittlung der sogenannten Tatverdächtigenbelastungszahlen (TVBZ) dargelegt. Die TVBZ geben an, wie viele ermittelte Tatverdächtige pro 100 000 Einwohner des jeweiligen Bevölkerungsanteils vorliegen, wobei zwischen deutschen und ausländischen Tatverdächtigen unterschieden wird.
Definition und Berechnungsgrundlage
Nach Angaben der Bundesregierung umfasst die TVBZ die Zahl der ermittelten, ansässigen Tatverdächtigen, berechnet auf 100 000 Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, wobei Kinder unter acht Jahren aus beiden Zahlen herausgerechnet werden. Als ansässige Tatverdächtige gelten Personen, die in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) mit einem Wohnsitz in der Tatortgemeinde, im Landkreis, im Bundesland oder im übrigen Bundesgebiet erfasst wurden.
Bevölkerungsdaten und Jahresbezug
Der Bevölkerungsanteil, der als Basis dient, stammt aus dem Stichtag 31. Dezember 2024 und basiert auf dem Zensus 2022. Die Tatverdächtigenzahlen beziehen sich auf das Berichtsjahr 2025. Für beide Zahlen wird derselbe regionale Bezug verwendet, sodass die Berechnung konsistent bleibt.
Einfluss kleiner Zahlen
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass bei geringen Tatverdächtigenzahlen in Kombination mit kleinen Bevölkerungsgruppen sehr hohe TVBZ entstehen können. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Bei zehn Tatverdächtigen und einer Vergleichsgruppe von 100 Einwohnern ergibt sich eine TVBZ von 10 000.
Erfassung in der Polizeilichen Kriminalstatistik
Die PKS ist eine Ausgangsstatistik, die Fälle erfasst, sobald sie von der Polizei an die Staatsanwaltschaft oder das Gericht übergeben wurden. Entscheidend für die Zuordnung zu einem Berichtsjahr ist das Erfassungsdatum, nicht das Tatdatum. Der Wohnsitz zum Tatzeitpunkt und die Registrierung im jeweiligen Berichtsjahr bestimmen die Einordnung.
BerĂĽcksichtigung saisonaler Schwankungen
Bei der Bevölkerungsfortschreibung werden saisonale Effekte, etwa durch Saisonarbeitskräfte oder Personen, die nur vorübergehend im Land leben, nicht berücksichtigt. Dieser Effekt wirkt sich besonders stark aus, wenn die betrachtete Bevölkerungsgruppe klein ist.
Betroffene Straftaten
Die TVBZ werden für die 15 häufigsten nichtdeutschen Staatsangehörigkeiten in Bezug auf ausgewählte Straftatenschlüssel der PKS ermittelt, darunter Straßenkriminalität, Diebstahl insgesamt, Ladendiebstahl insgesamt und Taschendiebstahl insgesamt.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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