Die Bundesregierung hat in ihrer schriftlichen Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD‑Fraktion klargestellt, dass das extreme Klimaszenario RCP8.5 nicht Grundlage der gesetzlichen Berichtspflichten zu Treibhausgas‑Projektionen ist. Gleichzeitig weist die Behörde darauf hin, dass das Szenario seit 2015 in verschiedenen Entscheidungsgrundlagen, Publikationen und Kommunikationsmaßnahmen berücksichtigt wurde.
Hintergrund der Anfrage
Die AfD‑Fraktion stellte in der Kleinen Anfrage 21/6514 nach, in welchen Berichten, Gutachten, Strategien, Programmen und Risikoanalysen seit 2015 das Klimaszenario RCP8.5 beziehungsweise das Szenario SSP5‑8.5 verwendet wurde. Die Anfrage erfolgte, nachdem Wissenschaftler des Weltklimarats das sogenannte „Worst‑Case‑Szenario“ aus ihrem aktuellen Bewertungsrahmen gestrichen hatten.
Bisherige Nutzung des Szenarios
In der beigefügten Anlage der Antwort listet die Bundesregierung detailliert auf, dass RCP8.5 im Rahmen von Klimarisikoanalysen, Sensitivitätsrechnungen, Fachpublikationen und Visualisierungen eingesetzt wurde. Diese Anwendungen finden sich in internen Risiko‑Reports, externen Fachartikeln sowie in grafischen Darstellungen, die im öffentlichen Diskurs verwendet wurden.
Aktuelle Bewertung des Szenarios
Die Bundesregierung erkennt an, dass das Szenario RCP8.5 von internationalen Fachkreisen nicht mehr als plausibel eingestuft wird. In ihrer Stellungnahme betont sie jedoch, dass die bisherige Nutzung dokumentiert sei und dass die Weiterentwicklung des Szenarienrahmens fĂĽr kĂĽnftige Entscheidungsgrundlagen des Bundes berĂĽcksichtigt wird.
ZukĂĽnftige Planungen
Für die kommende Klimarisikoanalyse des Bundes, die für das Berichtsjahr 2028/29 vorgesehen ist, kündigt die Bundesregierung an, das neue Szenarienset für CMIP7 zu verwenden. Konkret soll die Analyse auf dem Szenario SSP3‑7.0 basieren, das als mittleres Emissionsszenario gilt.
Dokumentation und Transparenz
Die vollständige Aufstellung der seit 2015 genutzten Dokumente, Gutachten und Programme, in denen RCP8.5 Anwendung fand, liegt der Antwort als Anhang bei. Damit soll die Nachvollziehbarkeit der bisherigen Vorgehensweise für Fachkreise und die Öffentlichkeit gewährleistet werden.
Relevanz fĂĽr die Klimapolitik
Die Offenlegung der bisherigen Nutzung von RCP8.5 verdeutlicht, dass das Szenario trotz seiner eingeschränkten Plausibilität in der Vergangenheit als Referenzwert für Risiko‑ und Anpassungsstrategien diente. Die Umstellung auf SSP3‑7.0 spiegelt die aktuelle wissenschaftliche Konsensbildung wider und soll die Grundlage für künftige politische Entscheidungen im Klimasektor bilden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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