Deutschland: Bericht zur Vorplanung der München‑Kufstein‑Strecke
Die Bundesregierung hat einen Bericht über die Vorplanung und die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung der Ausbaustrecke und Neubaustrecke München‑Rosenheim‑Kiefersfelden‑Grenze Deutschland/Österreich (Kufstein) vorgelegt. Der Bericht bestätigt, dass das Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf verankert ist.
Projektumfang und technische Zielsetzung
Der geplante Abschnitt umfasst die Blockverdichtung im Streckenabschnitt München‑Trudering bis Grafing sowie den Bau einer zweigleisigen Neubaustrecke von Grafing über Rosenheim nach Kiefersfelden bis zur deutschen Grenze bei Kufstein. Die Strecke soll mit einer Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h betrieben werden, um Kapazitäten für den Fernpersonen‑ und Güterverkehr zu erhöhen und bestehende Engpässe zu beseitigen.
Einbindung in europäische Verkehrsnetze
Die Strecke ist Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN) und bildet einen Abschnitt des TEN‑Korridors Skandinavien‑Mittelmeer (Scan‑Med). Im Rahmen dieses Netzwerks soll die Europäische Union die Finanzierung über den Connecting Europe Facility (CEF) bereitstellen.
Wirtschaftliche Bewertung
Nach Angaben der Bundesregierung wird das Projekt im Jahr 2025 unter Berücksichtigung der Anpassung der S‑Bahn‑Strecke München Leuchtenbergring‑Grafing für die Einführung einer Regional‑S‑Bahn München‑Kufstein mit einem Nutzen‑Kosten‑Verhältnis (NKV) von 1,4 gesamtwirtschaftlich positiv bewertet. Zusätzliche Forderungen aus der Region, die nicht in die Berechnung eingeflossen sind, könnten das NKV jedoch negativ beeinflussen.
Finanzierung und Risikoeinschätzung
Die Vorplanung weist Gesamtkosten von knapp 11,4 Milliarden Euro aus. Laut Bericht sind bereits Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von über 50 % in den Kostenschätzungen berücksichtigt.
Bewertung durch das Eisenbahn‑Bundesamt
Das Eisenbahn‑Bundesamt hat die von DB InfraGO AG gewählte Vorzugsvariante hinsichtlich Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit als die sinnvollste Option eingestuft. Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung brachte Kernforderungen aus der Region ein, die soweit wirtschaftlich vertretbar in die Variante aufgenommen wurden.
Abgelehnte regionale Forderungen
Zu den nicht berücksichtigten Kernforderungen zählen die Verlegung der Verknüpfungsstelle Kirstein in den Wildbarren sowie die vollständige Streichung dieser Verknüpfungsstelle. Die DB InfraGO AG schätzt, dass eine Verlegung gegen geltende Gesetze verstoße und eine Streichung zu erheblichen Einbußen in Leistungsfähigkeit, betrieblicher Flexibilität und Netzresilienz führen würde.
Ausblick
Mit der vorliegenden Bewertung und den festgelegten Kostenrahmen soll das Vorhaben in der geplanten Form weiterverfolgt werden, wobei die bereits identifizierten Risiken im Projektverlauf überwacht werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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