Ein Vertreter der Bundesregierung stellte am 8. September 2026 im Bundestag den Entwurf für das Haushaltsgesetz 2027 sowie den Finanzplan des Bundes bis 2030 vor. Die Präsentation dauerte 45 Minuten und beinhaltete die wichtigsten Eckdaten zu Ausgaben, Einnahmen und Kreditaufnahmen.
Gesamtbudget und Einnahmen für 2027
Der geplante Haushalt sieht für das Jahr 2027 Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro vor, im Vergleich zu 524,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Die geplanten Einnahmen sollen in gleicher Höhe liegen, davon entfallen 394,7 Milliarden Euro auf Steuereinnahmen und 26,9 Milliarden Euro auf Verwaltungseinnahmen.
Verteidigungsausgaben im Fokus
Der Etat des Verteidigungsministeriums steigt um 27,1 Milliarden Euro auf 109,7 Milliarden Euro, wobei 55,8 Milliarden Euro für militärische Beschaffungen vorgesehen sind. Dieser Anstieg wird als Haupttreiber für die steigende Kreditaufnahme im Finanzplan genannt.
Investitionen und Sondervermögen
Investitionen werden mit 56,3 Milliarden Euro ausgewiesen, im Vorjahr waren es 58,3 Milliarden Euro. Der Haushalt des Ministeriums für Verkehr stellt mit 12,7 Milliarden Euro den größten Investitionsetat dar und erhält zusätzlich 17,7 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“.
Nettokreditaufnahme und Bereichsausnahmen
Die Nettokreditaufnahme des Kernhaushalts soll von 98,0 Milliarden Euro im Vorjahr auf 118,7 Milliarden Euro ansteigen. Davon entfallen 33,4 Milliarden Euro auf die nach der regulären Schuldenregel zulässige Kreditaufnahme, die laut Bundesregierung vollständig ausgeschöpft werden soll. Weitere 85,4 Milliarden Euro werden über die grundgesetzliche Bereichsausnahme, vor allem für Verteidigungs- und sicherheitspolitische Ausgaben, aufgenommen.
Zinsausgabenentwicklung
Die Zinsausgaben des Bundes sollen im Kernhaushalt von 41,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 auf 80,7 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen. Die Bundesregierung führt diesen Anstieg auf den höheren Schuldenstand und gestiegene Renditen für Bundeswertpapiere zurück.
Finanzplan 2026‑2030
Im langfristigen Finanzplan wird für 2028 ein Ausgabenvolumen von 588,2 Milliarden Euro, für 2029 von 597,8 Milliarden Euro und für 2030 von 635,4 Milliarden Euro prognostiziert. Gleichzeitig sollen die Steuereinnahmen von 406,4 Milliarden Euro (2028) auf 437,3 Milliarden Euro (2030) anziehen. Die Nettokreditaufnahme ohne Bereichsausnahmen soll von 33,4 Milliarden Euro (2027) auf 15,6 Milliarden Euro (2030) sinken, während die ausgenommenen Kredite bis 151,8 Milliarden Euro im Jahr 2030 ansteigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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