Die Bundesregierung hat angekündigt, künftig ein Monitoring des Ausbaus von Rechenkapazitäten in Deutschland durchzuführen. Das erste Monitoring soll zum Ende der laufenden Legislaturperiode abgeschlossen werden, danach erfolgt die Erhebung im Abstand von zwölf Monaten.
Fehlende Gesamtübersicht
Derzeit verfüge die Bundesregierung über keine umfassende Übersicht über geplante oder im Bau befindliche Rechenzentren, weil es sich überwiegend um private Investitionen und Unternehmen handle. Eine zentrale Liste sei demnach nicht existent.
Hintergrund der Anfrage
Die Information stammt aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. In dieser Anfrage hatten Abgeordnete Details zu Neubau, Ausbau, Stromanschlussleistung, Betreiber und Standort von Rechenzentren gefordert.
Gründe für Datenlücken
Die Bundesregierung erklärte, dass Informationen zu im Bau oder im Betrieb befindlichen Rechenzentren, die über das öffentlich Bekannte hinausgehen, in vertraulichen Gesprächen mit den jeweiligen Organisationen mitgeteilt wurden. Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse verhinderten eine Weitergabe an die Öffentlichkeit.
Geplanter Zeitplan
Ein Monitoring der Rechenzentrumsstrategie vom 18. März 2026 soll künftig jährlich erfolgen. Das erste Monitoring zur quantitativen Zielerreichung wird zum Ende der laufenden Legislatur durchgeführt, um den Maßnahmen ausreichend Zeit zur Wirkung zu geben.
Stromverbrauchsentwicklung
Der Strombedarf von Rechenzentren und kleineren IT‑Installationen lag 2025 bei rund 21,3 Terawattstunden. Ein Gutachten des Bundeswirtschaftsministeriums prognostiziert einen Verbrauch von 31 TWh im Jahr 2030 und 80 TWh im Jahr 2045. Der steigende Bedarf werde bereits in aktuellen Planungen, etwa dem Netzentwicklungsplan Strom, berücksichtigt.
Energieeffizienz
Die Bundesregierung bewertet den Standort Deutschland als vergleichsweise energieeffizient. Der durchschnittliche Power‑Usage‑Effectiveness‑Wert liege bei 1,43. Die Novelle des Energieeffizienzgesetzes soll strengere Vorgaben für die Energieeffizienz von Rechenzentren schaffen.
Ausblick
Spezifische Maßnahmen ausschließlich zur Senkung des Stromverbrauchs der IT‑Hardware seien nicht geplant. Das geplante Monitoring soll jedoch Transparenz schaffen und Grundlage für mögliche künftige Anpassungen bieten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
Ende der Uebertragung