Die Bundesregierung hat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen erklärt, dass die Vertiefung der europäischen Kapitalmarkt‑ und Spar‑Investitionsunion (SIU) zu den vorrangigen Zielen der deutschen Politik gehört. Die Antwort (21/6310) wurde am 16. Juni 2026 veröffentlicht.
Verankerung im Koalitionsvertrag
Im Koalitionsvertrag bekennt die Regierung, die Kapitalmarktunion sowie die Spar‑Investitionsunion weiter zu vertiefen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der Europäischen Union zu stärken.
Geopolitischer Handlungsdruck
Die Bundesregierung führt veränderte geopolitische Rahmenbedingungen als Grund für einen erhöhten Handlungsdruck an. Ziel sei es, die EU‑Wirtschaft angesichts neuer Herausforderungen robust zu machen.
E6‑Initiative
Als konkretes Beispiel nennt die Regierung die von Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien (E6) erarbeiteten Vorschläge, die am 11. März 2026 in einem gemeinsamen Schreiben an die Europäische Kommission, den Präsidenten der Eurogruppe und die zypriotische Ratspräsidentschaft übermittelt wurden, um das Tempo der SIU‑Entwicklung zu erhöhen.
Ziele fĂĽr den Kapitalmarkt
Die Bundesregierung will die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit des Kapitalmarkts steigern, die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen – insbesondere Start‑ups und Scale‑ups – verbessern, den Bürokratieabbau vorantreiben, die Regulierung im Finanzmarkt vereinfachen und die Beteiligung von Privatanlegern ausbauen. Gleichzeitig soll die Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors erhöht werden.
Verhandlungen zum MISP
Die E6‑Finanzminister setzen sich für zügige Verhandlungen über das Marktintegrations‑ und Aufsichtspaket (Market Integration and Supervision Package, MISP) der Europäischen Kommission ein. Am 28. Mai 2026 einigten sich die Fachminister auf ein gemeinsames Positionspapier zu MISP.
Mobilisierung institutionellen Kapitals
Ein weiteres Ziel der Bundesregierung besteht darin, institutionelles Kapital stärker für produktive Investitionen und Wachstum zu mobilisieren.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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