Einrichtung der Dekade
Die Bundesregierung hat eine nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen ins Leben gerufen. Die Maßnahme ist als interdisziplinäre Forschungsinitiative konzipiert und erfolgt als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Ziel ist die koordinierte Untersuchung von Langzeitfolgen nach Infektionen und die Entwicklung von Förderstrategien.
Zusammensetzung des Steuerungskreises
Im Zentrum der Dekade steht ein Steuerungskreis, der als zentrales Expertengremium fungiert. Er setzt sich aus Vertreter der beteiligten Partner, Vertreter von Betroffenenorganisationen und Vertreter der Länder zusammen. Zu den vertretenen Betroffenenorganisationen gehören die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e. V. und die Stabsstelle Patientenbeteiligung im Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss.
Aufgaben und Befugnisse
Der Steuerungskreis ist für die inhaltliche Ausgestaltung der Dekade verantwortlich. Zu seinen Aufgaben zählen die Beratung zur Schwerpunktsetzung, die Ermittlung möglicher Förderbedarfe sowie die Definition zentraler wissenschaftlicher Fragestellungen und Wissenslücken. Der Kreis besitzt keine Entscheidungsbefugnis, sondern berät die ausführenden Stellen.
Zeitplan der Sitzungen
Die nächsten Sitzungen des Steuerungskreises sind für das vierte Quartal 2026 und das zweite Quartal 2027 geplant. In diesen Sitzungen sollen die geplanten Fördermaßnahmen diskutiert und weitere Forschungsschwerpunkte festgelegt werden.
Geplante Fördermaßnahmen
Eine tabellarische Übersicht über bereits begonnene, laufende und geplante Fördermaßnahmen liegt der Antwort der Bundesregierung bei. Die Übersicht enthält Angaben zu Fördervolumen, Projektlaufzeiten und beteiligten Forschungseinrichtungen.
Beteiligte Organisationen
Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e. V. vertritt die Interessen von Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom, während die Stabsstelle Patientenbeteiligung im Innovationsausschuss die Einbindung von Patientenerfahrungen in den Forschungsprozess sicherstellt. Beide Organisationen wirken im Steuerungskreis mit.
Hintergrund zu postinfektiösen Erkrankungen
Postinfektiöse Erkrankungen umfassen Krankheitsbilder, die nach einer akuten Infektion auftreten und langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen verursachen. Beispiele sind das Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und andere chronische Zustände, die das Gesundheitssystem vor erhebliche Herausforderungen stellen.
Ausblick
Die Bundesregierung plant, im Rahmen der Dekade weitere Forschungsvorhaben zu initiieren und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Gesundheitswesen und Patientengruppen zu stärken. Ziel ist es, evidenzbasierte Therapien zu entwickeln und die Versorgung von Betroffenen nachhaltig zu verbessern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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