Deutschland: Bundesregierung stellt neue Luftfahrtstrategie auf der ILA vor
Neue Luftfahrtstrategie
Die Bundesregierung hat auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin ein umfassendes Strategiepapier für die Luftfahrt präsentiert. Das Dokument löst die bisherige Strategie von 2014 ab und soll Deutschland als starken Luftfahrtstandort erhalten und weiterentwickeln. Im Zentrum stehen Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und die Kombination von zivilem Luftverkehr, Industrie und militärischer Luftfahrt.
Finanzielle Entlastung des Luftverkehrs
Ein Maßnahmenpaket von rund 500 Millionen Euro soll den Luftverkehr entlasten. Dazu gehören die Abschaffung der E‑Kerosin‑Quote, die Senkung von Flugsicherungsgebühren und die Reduktion der Luftverkehrssteuer. Zudem übernimmt die Bundesregierung künftig die Flugsicherungskosten für regionale Flughäfen, um die Wirtschaftlichkeit der Luftverkehrsunternehmen zu stärken.
Sicherheit und Souveränität
Der Kanzler betonte, dass die Luft‑ und Raumfahrtindustrie nicht nur wirtschaftliche Bedeutung habe, sondern auch entscheidend für die nationale und europäische Sicherheit sei. In diesem Kontext wird die deutsch‑französische Kooperation auf ein gemeinsames „System of Systems“ ausgerichtet, das künftig bis zum Ministertreffen im Juli konkrete Vorgaben erhalten soll.
Deutsch‑französische Zusammenarbeit
Im Rahmen der Verteidigungskooperation haben Bundeskanzler und der französische Präsident vereinbart, das geplante gemeinsame Kampfflugzeugprojekt nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen soll das Konzept eines europäischen System‑of‑Systems weiterentwickelt werden, um die Zusammenarbeit in Schlüsseltechnologien zu vertiefen. Die Verteidigungsminister werden bis zum nächsten deutsch‑französischen Regierungstreffen im Juli einen detaillierten Arbeitsplan erarbeiten.
Zukunftsperspektiven und Flugzeugbau
Die Rede hob das Beispiel des Airbus A320neo hervor, das als Symbol für die Innovationskraft und den Beschäftigungswert der Branche gilt. Die Strategie sieht vor, das nächste Generation‑Single‑Aisle‑Flugzeug wieder in Deutschland zu produzieren, insbesondere in Hamburg, um die Wertschöpfungskette zu stärken. Prognosen zufolge wird sich das globale Luftverkehrsaufkommen bis 2050 verdoppeln, was einen Bedarf von über 40 000 neuen Flugzeugen in den nächsten 20 Jahren bedeutet.
Umsetzung und Steuerung
Zur Sicherstellung der Umsetzung wird eine Steuerungsgruppe innerhalb der Bundesregierung eingerichtet, die die Fortschritte der Luftverkehrsstrategie überwacht. Die Regierung betont, dass die Maßnahmen nicht nur angekündigt, sondern konsequent umgesetzt werden sollen, um die Wettbewerbsfähigkeit und die technologische Souveränität langfristig zu sichern.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundesregierung, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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