Der Bundestag hat am Donnerstag, den 25. Juni 2026, einen Gesetzentwurf der AfD-Fraktion zur systematischen Erfassung, Forschung und Bekämpfung gruppenbasierter sexueller Ausbeutung Minderjähriger durch sogenannte Grooming Gangs erstmals diskutiert. Nach einer halbstündigen Aussprache wurde das Dokument zur weiteren Beratung an die Ausschüsse überwiesen, wobei der Innenausschuss federführend ist.
Hintergrund des Antrags
Der Antrag bezieht sich auf einen gemeldeten Fall von gruppenbasiertem Missbrauch Minderjähriger durch Täter mit überwiegend syrischer, pakistanischer und nordafrikanischer Herkunft in Nürnberg. Die Kriminalpolizei richtete am 18. Mai 2026 die Ermittlungskommission „Kajal“ ein, um den Vorfällen nachzugehen.
Ermittlungskommission Kajal
Laut Vorlage der Fraktion hat die Kommission Hinweise erhalten, dass Männer in Nürnberg minderjährige Mädchen mit Geschenken ansprechen, sie anschließend mit harten Drogen wie Crystal Meth in Abhängigkeit bringen und Betäubungsmittel als Gegenleistung für sexuelle Handlungen oder Prostitution überlassen.
Forderungen an Bundesregierung
Die AfD-Fraktion fordert die Bundesregierung auf, in die Innenministerkonferenz einen Antrag einzubringen, der die Länder und den Bund verpflichtet, eigene polizeiliche Ermittlungskommissionen nach dem Vorbild von Kajal einzurichten, um bundesweit weitere Fälle zu ermitteln und zu bekämpfen.
Erweiterung der Bundeslagebilder
Weiterhin wird eine Erweiterung der Bundeslagebilder „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ sowie „Menschenhandel und Ausbeutung“ des Bundeskriminalamtes verlangt, um einen Schwerpunkt auf gruppenbasierte sexuelle Ausbeutung Minderjähriger durch Grooming Gangs zu legen.
Geplante Datenerhebung
Die Fraktion verlangt die Erstellung einer bundesweiten Erhebung aller bekannten oder hinreichend verdichteten Fälle, die dem Muster entsprechen, einschließlich einer fallbezogenen Strukturanalyse zu Zahl der Tatverdächtigen und Opfer je Fall, Staatsangehörigkeit und Migrationshintergrund, Tatzeiträumen, Tatörtlichkeiten sowie Anbahnungs- und Abhängigkeitsmechanismen.
Weiteres Verfahren
Nach der Debatte wurde der Gesetzentwurf an die Ausschüsse weitergeleitet, wobei der Innenausschuss die weitere Ausarbeitung und Beratung übernehmen soll.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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