Deutschland: Debatte im Bundestag über den Acht‑Stunden‑Tag
Am 22. Mai 2026 haben Abgeordnete des Bundestags über zwei Anträge zur Beibehaltung des Acht‑Stunden‑Tages im Arbeitszeitgesetz debattiert. Beide Anträge stammen von der Fraktion Die Linke (21/5396) und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (21/5781) und fordern, dass die tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden im Gesetz verankert bleibt.
Hintergrund der Anträge
Der Streit um die mögliche Aufweichung des Acht‑Stunden‑Tages gehört zu den zentralen sozialpolitischen Diskussionen des Jahres. Gewerkschaften haben bereits angekündigt, den Vorstoß energisch zu blockieren, während sie im Parlament auf Unterstützung von Linken, Grünen und Teilen der SPD zählen.
Stellungnahmen der Regierungsparteien
Die Regierungsfraktionen Union und SPD betonten, dass niemand die tägliche Höchstarbeitszeit abschaffen wolle. Stattdessen solle die wöchentliche Höchstarbeitszeit flexibler gestaltet werden, um den Beschäftigten mehr Spielraum bei der Verteilung ihrer Arbeitszeit zu geben. Wilfried Oellers (CDU/CSU) erklärte, dass sowohl die Interessen der Arbeitgeber als auch die Wünsche der Beschäftigten nach mehr Flexibilität berücksichtigt werden, ohne den Arbeitsschutz zu untergraben.
Kritik der Opposition
Die AfD lehnte eine Angleichung an mögliche europäische Vorgaben ab und forderte, den deutschen Standard selbstbewusst zu bewahren. Robert Teske (AfD) bezeichnete die Partei als „neue Arbeiterpartei“, die etablierte Normen schützen wolle.
Forderungen der Fraktion Die Linke
Die Linke fordert, den Acht‑Stunden‑Tag im EU‑Recht zu verankern und warnt davor, dass eine Abschaffung die hart erkämpften Arbeitnehmerrechte schwächen wĂĽrde. Ines Schwerdtner (Co‑ParteiÂvorsitzende) kritisierte die Idee, Arbeitstage von bis zu 13 Stunden zu ermöglichen, und rief zu Protesten ab dem 1. Juni auf.
Forderungen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine moderne Arbeitszeitpolitik verbessert werden müsse. Die Grünen fordern, psychische Belastungen zu reduzieren, die Zeitsouveränität der Beschäftigten zu stärken und gleichzeitig Tarifbindung sowie Kinderbetreuungsangebote auszubauen.
Weiteres Vorgehen
Nach der Aussprache wurden beide Anträge an den Ausschuss für Arbeit und Soziales überwiesen, wo sie nun weiter geprüft werden. Die Diskussion bleibt offen, während die Koalition versucht, ein Gleichgewicht zwischen Flexibilisierung und Arbeitsschutz zu finden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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