Deutschland: Bundestag debattiert Vorfall bei von Amadeu-Antonio-Stiftung gefördertem Schulprojekt
Am Donnerstag, den 23. April 2026, fand im Deutschen Bundestag eine Aktuelle Stunde statt, die auf Antrag der AfD-Fraktion das Thema Vorfälle bei einem von der Amadeu‑Antonio‑Stiftung geförderten Schulprojekt behandelte. Die Debatte dauerte etwa eine Stunde und wurde von mehreren Fraktionen kritisch begleitet.
Hintergrund des Vorfalls
In einer sächsischen Schule der Lausitz war im Rahmen eines Theaterprojekts für Neuntklässler ein Heft mit sensibelem, potenziell pornografischem Bildmaterial mit queerer Thematik in einem Stapel Altpapier aufgetaucht, der für Collagen vorgesehen war. Die Schulleitung beendete das Projekt noch am selben Tag und kündigte den Dienstleistungsvertrag mit den Projektverantwortlichen. Die Amadeu‑Antonio‑Stiftung, die das Projekt des Jugendverbands „Falken“ aus Berlin mit 2.500 Euro unterstützt hatte, stellte die Förderung ein, wie Pressesprecher Lorenz Blumenthaler der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Position der AfD
AfD‑Fraktionschef Tino Chrupalla betonte, die Debatte sei losgelöst von Parteipolitik zu führen und niemanden pauschal zu verurteilen. Er erklärte, die Vorfälle seien nur die Spitze des Eisbergs von Versuchen, Schüler ideologisch zu beeinflussen, und dass eine Grenze überschritten worden sei. Chrupalla forderte, das Vertrauen in staatliche und nichtstaatliche Organisationen wieder aufzubauen.
Stellungnahme der CDU/CSU
Michael Hose (CDU/CSU) bezeichnete das Auffinden des Materials als besorgniserregend, wies jedoch darauf hin, dass Fehler passieren können und alle Beteiligten schnell die notwendigen Konsequenzen gezogen hätten. Er charakterisierte das Vorgehen als vorbildliches Krisenmanagement und warf der AfD vor, die Zusammenarbeit von Schulen mit freien Trägern pauschal torpedieren zu wollen. Hose stellte klar, dass es für das Projekt keine Bundesförderung gegeben habe.
Kommentar der GrĂĽnen
Misbah Khan (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, dass die Workshop‑Leitung das Material nicht ausreichend gesichtet habe, und verwies darauf, dass sowohl die Leitung als auch die Stiftung transparent entschuldigt hätten. Er hinterfragte die Motivation der AfD, die aktuelle Stunde zu beantragen, und warf ihr eine jahrelange Strategie zur Diskreditierung der Zivilgesellschaft vor, wobei die Amadeu‑Antonio‑Stiftung ein Hauptziel sei.
Ansichten der SPD
Felix Döring (SPD) bemängelte, dass die Debatte eher Abwehrreflexe als sachliche Argumente enthielte. Er verwies darauf, dass Jugendliche im Netz leicht auf deutlich drastischere Bildinhalte stoßen könnten und dass die AfD bei ernsthaftem Kinderschutz lieber eine Aktuelle Stunde zum digitalen Jugendschutz beantragt hätte.
Kritik der Linken
Maik Brückner (Die Linke) kritisierte die Prioritätensetzung angesichts anderer innen‑ und außenpolitischer Probleme. Er warf der AfD vor, den Vorfall zu nutzen, um Lehrkräfte und Bildungseinrichtungen zu diskreditieren, während stattdessen gewaltverherrlichende Broschüren mit NS‑Sprache an Grundschüler verteilt würden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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