Deutschland: Bundestag hört Experten zu Entlastungsmaßnahmen für Wissenschaft
Am Mittwoch, dem 22. April 2026, hat der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung Experten um Vorschläge zur Entlastung von Wissenschaft und Forschung gebeten.
Finanzierung und Grundausstattung
Die Fachleute betonten die Notwendigkeit einer stärkeren Grundfinanzierung für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Kerstin Burck, Kanzler der Johannes Gutenberg‑Universität Mainz, forderte einheitliche Regelungen in der Drittmittelförderung und ein größeres Vertrauen in die Eigenverantwortung der Hochschulen.
Bürokratieabbau und Jährlichkeitsprinzip
Mehrere Experten wiesen auf das Jährlichkeitsprinzip hin, das die Verwendung von Mitteln über das jeweilige Haushaltsjahr hinaus erschwere. Burck und weitere Fachleute forderten dessen Abschaffung sowie die Reduktion von Berichtspflichten, um den administrativen Aufwand zu verringern.
Datenzugang und Forschungsdatengesetz
Im Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wird die rasche Vorlage des Forschungsdatengesetzes gefordert, um den Austausch und den Zugang zu Forschungsdaten zu verbessern.
Einbindung von Hochschulen
Christina Reinhardt, ehemalige Universitätskanzlerin, sprach sich dafür aus, den Hochschulen mehr Eigenverantwortung zuzugestehen. Sie schlug vor, flächendeckende Kontrollen durch Selbstauskünfte und Stichproben zu ersetzen und Projektträger stärker zu kontrollieren.
Ausgründungen und Innovationsförderung
Christopher Baum, Vorsitzender des Direktoriums des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung, forderte bessere Rahmenbedingungen für Ausgründungen, etwa die Ausweitung von Wandeldarlehen, und betonte die Notwendigkeit, deutsche Bedingungen im internationalen Wettbewerb zu stärken.
Ausblick und Bewertung
Die Experten einigten sich darauf, dass Entlastung nicht gleich Deregulierung bedeute. Andreas Keller, Hauptvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, betonte, dass Bürokratie zwar wichtige Funktionen erfülle, aber gezielte Reformen den Forschungssektor deutlich entlasten könnten.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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