Deutschland: Bundestag prüft Nachfolgelücken und kooperative Unternehmensmodelle
Am 20. Juli 2026 hat der Deutsche Bundestag eine Kleine Anfrage (Referenz 21/7147) erhalten, in der die Fraktion Die Linke die Probleme von Betriebsnachfolgen sowie den geringen Anteil genossenschaftlicher Unternehmen thematisiert.
Internationaler Vergleich
Die Antragsteller verweisen darauf, dass Deutschland im europäischen Vergleich im Genossenschaftswesen „auffällig schwach aufgestellt“ sei. Frankreich, Italien und Spanien weisen demnach deutlich stärkere genossenschaftliche Beschäftigungsanteile auf. Das Vereinigte Königreich habe seit 2014 Employee Ownership Trusts (EOTs) steuerlich begünstigt, wodurch 20 Prozent aller Unternehmensverkäufe im britischen Privatsektor über EOT-Strukturen abgewickelt würden.
Bewertung von Eigentumsmodellen
Die Fraktion fragt die Bundesregierung, ob genossenschaftliche und belegschaftsgetragene Eigentumsmodelle strukturell besser geeignet seien als Private‑Equity‑Finanzierungen, um Gewinne, Steuern und Kaufkraft dauerhaft in den Regionen zu halten.
Daten zu Insolvenzen und Arbeitsplätzen
Weiterhin wird erbeten, Auskunft darüber zu erhalten, wie viele Unternehmen in den Jahren 2015 bis 2025 mangels Nachfolgelösung insolvent wurden und wie viele Arbeitsplätze dadurch verloren gingen.
Fokus Handwerk
Speziell für das Handwerk verlangt die Fraktion regionale Zahlen zur Nachfolgesituation, Angaben zu speziellen Finanzierungsinstrumenten und Informationen zu Maßnahmen zur Digitalisierung von Handwerksbetrieben im Nachfolgeprozess.
Weiteres Vorgehen
Die Pressestelle des Bundestags hat die Anfrage unter dem Dokumentenlink 21/7147 veröffentlicht. Die Ergebnisse könnten in künftigen parlamentarischen Debatten zu Förderungen von kooperativen Unternehmensformen und Nachfolgeplanung einfließen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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