Deutschland: Bundestag unterbricht Haushaltsdebatte nach den Anschlägen vom 11. September 2001
Hintergrund der Anschläge
Der Deutsche Bundestag unterbrach am 12. September 2001 die laufende erste Beratung des Bundeshaushalts 2002, um auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 zu reagieren. An diesem Tag wurden vier Passagierflugzeuge von Mitgliedern der islamistischen Terrororganisation Al‑Qaida entführt und in das World Trade Center, das Pentagon sowie ein Feld in Pennsylvania gelenkt. Insgesamt kamen rund 3.000 Menschen aus etwa 90 Nationen ums Leben, mehr als 6.000 wurden verletzt.
Opferzahlen im Überblick
Die offizielle Zählung nennt 2.753 Todesopfer im World Trade Center und Umgebung, 184 im Pentagon und 40 im abgestürzten Flug 93. Die Zahl der Verletzten liegt bei über 6.000. Diese Angaben stammen aus den Ermittlungen der US‑Behörden und wurden von deutschen Behörden übernommen.
Rede des Bundeskanzlers
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erklärte, der 11. September sei ein „schwarzer Tag für uns alle“ und betonte die Notwendigkeit, Solidarität mit den Vereinigten Staaten zu zeigen. Er sprach im Beisein des US‑Botschafters Dan Coats über die Fassungslosigkeit der Deutschen und versprach „jede gewünschte Hilfe“ bei den Ermittlungen und der Verfolgung der Verantwortlichen.
Parlamentsdebatte und Gedenken
Zu Beginn der Sitzung am Mittwoch, dem 12. September, erhoben sich die Abgeordneten zum Gedenken an die Opfer. Im Anschluss an die Regierungserklärung fand eine ökumenische Trauergottesdienst in der Berliner Sankt‑Hedwigs‑Kathedrale statt, während rund 2.000 Menschen bereits am Vorabend zu einer spontanen Beileidskundgebung im Berliner Dom zusammengekommen waren.
Stellungnahmen der Fraktionen
Der Fraktionsvorsitzende der Union, Friedrich Merz, betonte, dass die Anschläge ein Angriff auf die Zivilisation und die Grundwerte seien und dass die Union an der Seite Amerikas stehe. SPD‑Fraktionschef Dr. Peter Struck sprach von einer „Kriegserklärung an die Werte der demokratischen und zivilisierten Welt“ und bezeichnete die Ereignisse als „nie geahnte Brutalität“. Der FDP‑Fraktionsvorsitzende Dr. Wolfgang Gerhardt wies auf die langfristige Freundschaft mit den USA hin, während Ko‑Fraktionsvorsitzender Rezzo Schlauch (Grüne) die Angriffe als Angriff auf die offene Gesellschaft bezeichnete. Die PDS‑Fraktion unter Roland Claus hob die Notwendigkeit einer überparteilichen Solidarität hervor, und die CSU‑Vertreterin Michael Glos sprach von der Bereitschaft, alle Mittel des Landes einzusetzen, um zu helfen.
Weitere Schritte
Der Bundestagspräsident Dr. h. c. Wolfgang Thierse (SPD) schloss die Sitzung nach 33 Minuten. In den folgenden Tagen wurden weitere parlamentarische Initiativen zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus beschlossen, darunter die Zusage, die Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik zu überprüfen und mögliche Unterstützungsleistungen für die USA zu koordinieren.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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