Deutschland: Bundestag verabschiedet Sportfördergesetz zur Stärkung des Spitzensports
Gesetzesverabschiedung
Am Freitag, dem 10. Juli 2026, hat das Parlament das Sportfördergesetz der Bundesregierung angenommen. In einer namentlichen Abstimmung stimmten 519 Abgeordnete für den Gesetzentwurf, während 43 gegen das Gesetz votierten.
Ziele und Struktur
Der Gesetzentwurf legt erstmals eine spezialgesetzliche Grundlage für die Förderung des Spitzensports fest und sieht die Gründung einer unabhängigen Spitzensport‑Agentur als öffentlich‑rechtliche Stiftung vor. Die Agentur soll über eigene sportfachliche Expertise verfügen und die Förderung sowie sportfachliche Steuerung in den Kernbereichen des Spitzensports aus einer Hand gewährleisten.
ParteiĂĽberblick
Die Anträge der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke wurden abgelehnt. Die Grünen und die Linke enthielten sich bei den jeweiligen Anträgen, während die CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Anträge stimmten.
Spitzensport‑Agentur
Nach Angaben der Bundesregierung wird die Spitzensport‑Agentur als zentrale Stelle für die Spitzensportförderung des Bundes fungieren. Sie soll von relevanten Akteuren des Spitzensports sportfachlich beraten werden und die Mittelvergabe unabhängig und transparent steuern.
Koalitionsvertrag und Olympiabewerbung
Der Gesetzentwurf verweist auf den Koalitionsvertrag, der einen Paradigmenwechsel in der Spitzensportförderung vorsieht. Ziel sei es, die Förderung effizienter, effektiver und weniger bürokratisch zu gestalten, insbesondere vor dem Hintergrund der laufenden Olympiabewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Anträge der Grünen
Die Grünen forderten ein öffentlich zugängliches Transparenzportal, das Förderentscheidungen, Mittelverteilungen und Evaluationsergebnisse digital dokumentiert. Zudem soll die Rolle der Athleten in den Entscheidungsgremien gestärkt werden, indem Vertretungen der Athleten ein Stimmrecht erhalten.
Mutterschutz im Spitzensport
Ein weiterer Antrag der Grünen verlangt die gesetzliche Verankerung eines verlässlichen Mutterschutzes für selbstständige Athleten. Die Regelungen sollen Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit abdecken und sicherstellen, dass keine Förderabbrüche oder Versorgungslücken entstehen.
Antrag der Linken
Die Linke fordert, die Förderung des Spitzensports nachhaltig auszurichten, indem die gesamtgesellschaftliche Bedeutung des Sports in den Vordergrund rückt, der Leistungssport stärker mit Breiten‑ und Schulsport verknüpft und der Behindertensport auf allen Ebenen gleichgestellt wird. Weiterhin soll die Förderung zu einer Pflichtaufgabe des Bundes erklärt und für die nächsten sechs Haushaltsjahre ein jährlicher Aufwuchs von zehn Prozent festgeschrieben werden.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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