Deutschland: Bundeswehr unterstützt Pandemie‑Bewältigung – Enquete‑Kommission prüft Resilienz kritischer Infrastruktur
Am Donnerstag diskutierte die Enquete‑Kommission im Bundestag, wie zentrale Infrastrukturen auf die Corona‑Pandemie reagierten und welche Lehren daraus gezogen werden können. Im Fokus stand insbesondere die Beteiligung der Bundeswehr sowie die Notwendigkeit einer stärker vernetzten Krisenpolitik.
Bewertung des Gesundheitssystems
Ralf Hoffmann, Generaloberstabsarzt und Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr, kritisierte, dass das Gesundheitssystem stärker auf Effizienz als auf Resilienz ausgerichtet sei. Er verwies darauf, dass Ausfälle in Energie, IT und Versorgungssystemen weitreichende Folgen für die medizinische Versorgung haben können.
Bundeswehr im Einsatz
Oberst i.G. Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr berichtete, dass Soldaten während der Pandemie rund 12 000 Amtshilfemaßnahmen erbrachten – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem durchschnittlichen Jahreswert von 200 Einsätzen.
Digitale Infrastruktur und gesellschaftliche Resilienz
Alexander Fekete, Professor für Risiko‑ und Krisenmanagement, betonte, dass die zunehmende Abhängigkeit von Strom und digitaler Infrastruktur die gesellschaftliche Resilienz prägt. Er wies darauf hin, dass digitale Systeme jederzeit zu kritischen Schwachstellen werden können.
Soziale und personelle Herausforderungen
Stefan Schmalz, Professor für Arbeits‑ und Wirtschaftssoziologie, machte auf Unterbesetzung im Gesundheitssektor und mangelnde Kontinuität bei IT‑Fachkräften aufmerksam. Er schlug dezentrale, kommunale Rechenzentren als mögliche Bottom‑Up‑Strategie vor.
Ausblick der Enquete‑Kommission
Die Kommission arbeitet interdisziplinär an einer verbesserten Risikobewertung, Früherkennung und Krisenbewältigung. Bis Ende Juni 2027 soll ein Abschlussbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen vorgelegt werden. Die Gruppe besteht aus 14 Abgeordneten und 14 externen Sachverständigen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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