Am 3. Juli 2026 hat die Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag eine Kleine Anfrage (Nr. 21/6775) eingereicht, in der sie Auskunft über die Werbemaßnahmen der Bundeswehr im Gaming‑ und Videospielbereich fordert. Im Fokus steht insbesondere die Präsenz der Streitkräfte auf der internationalen Videospielmesse Gamescom in Köln sowie die damit verbundenen Kosten, die Beauftragung externer Agenturen und die Zusammenarbeit mit Influencern.
Hintergrund der Anfrage
Die Fraktion begründet die Anfrage mit dem Ziel, Transparenz über die Rekrutierung junger Menschen über digitale Medien zu schaffen. Sie weist darauf hin, dass die Bundeswehr seit mehreren Jahren auf Fachmessen, Online‑Plattformen und sozialen Netzwerken aktiv ist, um potenzielle Bewerber anzusprechen.
Rechtlicher Rahmen
Ein zentrales Anliegen ist die Prüfung, ob die Werbung auf Gamescom mit den Bestimmungen der UN‑Kinderrechtskonvention und den ergänzenden Fakultativprotokollen vereinbar ist. Insbesondere wird gefragt, wie die Bundeswehr den Umgang mit Minderjährigen auf der Messe regelt und ob geeignete Schutzmaßnahmen vorhanden sind.
Finanzielle Transparenz
Die Kleine Anfrage verlangt detaillierte Angaben zu den Gesamtausgaben der Bundeswehr für Auftritte auf Gamescom. Dazu zählen Standmieten, Logistik, Personal und sonstige Aufwendungen, die im Rahmen der Nachwuchs‑ und Personalwerbung anfallen.
Externe Dienstleister und Influencer
Weiterhin soll offengelegt werden, welche Werbe‑, Event‑ oder Kommunikationsagenturen von der Bundeswehr beauftragt wurden und in welchem Umfang diese mit Influencern zusammenarbeiten. Die Fraktion will prüfen, ob die Auswahl der Partner den Vorgaben des öffentlichen Beschaffungsrechts entspricht.
Reaktion der Bundeswehr
Bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hat die Bundeswehr noch keine offizielle Stellungnahme zu den gestellten Fragen abgegeben. Der Pressedienst der Bundeswehr wurde jedoch um eine zeitnahe Rückmeldung gebeten.
Bedeutung fĂĽr die Nachwuchsgewinnung
Die Anfrage wird im Kontext einer breiteren Diskussion über die Digitalisierung der Rekrutierung gesehen. Experten betonen, dass die Nutzung von Gaming‑Events ein wachsendes Feld darstelle, das jedoch klare Richtlinien erfordere, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten.
Ausblick
Die Fraktion Die Linke hat angekündigt, die erhaltenen Informationen im Parlament zu diskutieren und gegebenenfalls weitere parlamentarische Initiativen zu starten, um die Transparenz und Rechtmäßigkeit der Bundeswehr‑Werbemaßnahmen zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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