Eine retrospektive Studie untersuchte den Einsatz von Calcitonin als Zusatztherapie zur Linderung von Phantomschmerzen nach Unter- und Oberschenkelamputationen. Dabei wurden 35 Patienten zwischen dem 1. Januar 2017 und dem 31. Dezember 2023 beobachtet, die mindestens drei Tage Calcitonin erhielten. Die Analyse zeigte signifikante Verbesserungen bei Schmerzintensität, Schmerz‑bezogener Belastung und subjektiver Schmerzlinderung.
Methodik
Die Untersuchung sammelte demografische Daten sowie Schmerzbewertungen (Intensität, Belastung, Beeinträchtigung der Aktivität) vor Beginn der Calcitonin‑Therapie (Tag 0) und nach sieben Tagen (Tag 7). Zur Auswertung kamen deskriptive Statistiken, gepaarte t‑Tests und eine zweifaktorielle Messwiederholungs‑ANOVA zum Vergleich von Patienten mit und ohne Diabetes zum Einsatz.
Studienpopulation
Der Mittelwert des Alters betrug 57,09 Jahre (Standardabweichung = 13,66). 40 % der Patienten waren weiblich. Die Amputationsarten verteilten sich auf Unterschenkel (65,7 %), Oberschenkel (25,7 %) und andere (8,6 %). Hauptursachen waren diabetische Fußinfektionen (25,7 %), periphere Gefäßerkrankungen (34,3 %), Traumata (25,7 %) und weitere Gründe (14,3 %). Zehn Patienten litten an Diabetes, 20 % wiesen Anzeichen von Depressionen auf.
Ergebnisse
Calcitonin führte zu einer Reduktion der Schmerzintensität von 6,41 auf 5,24 (Cohen’s d = 0,66; p = 0,02) und einer Verringerung der Schmerz‑Belastung von 5,85 auf 4,81 (Cohen’s d = 0,71; p = 0,014). Die subjektive Schmerzlinderung stieg von 33,69 auf 58,21 (Cohen’s d = 0,53; p = 0,035). Zwischen Patienten mit und ohne Diabetes zeigten sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Schmerzintensität oder -belastung. Der tägliche orale Morphin‑Äquivalenzwert blieb unverändert (p = 0,94).
Schlussfolgerungen
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Calcitonin die wahrgenommene Schmerzintensität und -belastung signifikant reduziert und die subjektive Schmerzlinderung erhöht, wobei die Wirkung bei Patienten mit und ohne Diabetes vergleichbar ist. Weitere prospektive Untersuchungen könnten die langfristige Wirksamkeit und optimale Dosierung klären.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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