USA: CERMATA-Programm zeigt hohe Sensitivität bei Schulsehkontrollen in Jakarta
In Jakarta, Indonesien, wurde ein Pilotprojekt durchgeführt, das die digitale Plattform CERMATA zur schulischen Sehschärfenkontrolle bei 72 Kindern im Alter von 9 bis 12 Jahren testete. Die Kinder absolvierten am selben Tag sowohl das CERMATA‑Screening als auch den konventionellen Snellen‑Visus‑Test, um die Leistungsfähigkeit der neuen Methode zu prüfen.
Hintergrund
Refraktive Fehlstellungen gehören zu den häufigsten, behandelbaren Ursachen für Sehbehinderungen im Schulalter. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen fehlt jedoch ein einheitliches, schulbasiertes Screening, was die frühzeitige Erkennung erschwert.
CERMATA-Plattform
Die CERMATA‑Lösung verbindet die von der WHO validierte WHOeyes‑Mobile‑App mit einem System zur Überweisung von Befunden und zur Programmüberwachung. Ziel ist es, den Screening‑Prozess zu digitalisieren und die Nachverfolgung von Betroffenen zu vereinfachen.
Studienmethodik
Im Rahmen einer Querschnittsstudie wurden zwei Grundschulen in Jakarta in die Anfangsphase des CERMATA‑Programms einbezogen. Ein reduzierter Visus wurde definiert als eine Sehschärfe von schlechter als 6/9 in mindestens einem Auge. Die Analyse erfolgte auf Basis des schlechteren Auges jedes Teilnehmers.
Ergebnisse
Der Snellen‑Referenztest identifizierte bei 58 von 72 Teilnehmenden (80,6 %) die festgelegte Visus‑Grenze. CERMATA erreichte dabei eine Sensitivität von 96,6 %, eine Spezifität von 71,4 %, einen positiven Vorhersagewert von 93,3 %, einen negativen Vorhersagewert von 83,3 % und eine Gesamtgenauigkeit von 91,7 %. Der Vergleich mit dem Referenztest ergab einen substantiven Übereinstimmungsgrad (κ = 0,719) und eine ausgezeichnete Diskriminierung im ROC‑Analyse (AUC = 0,914; 95 %‑KI 0,83–1,00).
Betriebliche Machbarkeit
Alle Teilnehmenden schlossen beide Untersuchungen erfolgreich ab, was die Praktikabilität des kombinierten Screening‑ und Überweisungsablaufs belegt. Die digitale Erfassung und Auswertung erwies sich als reibungslos und zeiteffizient.
Schlussfolgerungen
Die vorläufigen Daten deuten darauf hin, dass CERMATA ein leistungsfähiges Instrument zur Erkennung von Sehschwächen bei Grundschulkindern darstellt. Um die Skalierbarkeit, Kosten‑Effizienz und Integration in reguläre Versorgungswege zu prüfen, sind größere, multizentrische Studien erforderlich, bevor ein flächendeckender Einsatz geplant wird.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
Ende der Uebertragung