USA: Chinesische EFL-Lernende bevorzugen effektive Modalverben im mündlichen Englischtest
Eine aktuelle Untersuchung von Wei Wang und Haixiao Wang analysiert den Einsatz von Modalverben bei chinesischen Lernenden des Englischen in einem landesweiten standardisierten Sprechtest. Die Studie beantwortet die Frage, welche Arten von Modalverben in mündlichen Prüfungsaufgaben verwendet werden und wie sich diese von den Mustern muttersprachlicher Sprecher unterscheiden.
Methodik und Datenbasis
Die Autoren nutzten ein Korpus aus mündlichen Antworten auf eine Meinungsäußerungsaufgabe, das im Rahmen des nationalen Englischprüfungsprogramms erhoben wurde. Dabei wurden Häufigkeit, Auswahl und prosodische Gestaltung von Modalverben systematisch ausgewertet und mit Referenzdaten von Muttersprachlern verglichen.
Dominanz effektiver Modalverben
Die Ergebnisse zeigen, dass Lernende sowohl epistemische als auch effektive Modalverben einsetzen, jedoch ein deutliches Übergewicht zugunsten effektiver Modalverben besteht. Dieses Muster deutet auf eine stärkere Ausrichtung auf Handlungsabsichten hin.
Bevorzugte Modalverben
Im Detail verwenden die Lernenden vermehrt die Modalverben „will“, „should“ und „must“, während die Nutzung von „would“ und „have to“ seltener vorkommt. Die Wahl dieser Formen spiegelt ein hohes Maß an Durchsetzungsfähigkeit wider.
Funktion von „can“
Das Verb „can“ tritt häufig in konditionalen Konstruktionen auf, um Aussagen abzuschwächen, und wird zudem in rhetorischen Sätzen eingesetzt, um die argumentative Stärke zu erhöhen.
Erklärungsansätze
Die Autoren führen die beobachteten Muster auf mehrere Faktoren zurück: den Einfluss der chinesischen Sprache, etablierte rhetorische Normen, kulturelle Prägungen, begrenzte sprachliche Ressourcen sowie die Gestaltung des Unterrichts.
Didaktische Implikationen
Die Befunde bieten Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Lehrmethoden, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von bestimmten Modalverben zu reduzieren und die Ausdrucksfähigkeit der Lernenden im mündlichen Englisch zu erweitern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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