In den ersten zehn Millionen Jahren nach dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit herrschten globale Treibhausbedingungen, während die Plazentatiere rasch an Artenvielfalt gewannen. Da rund 80 % der bekannten terrestrischen Abschnitte, die die Erholung der Säuger nach dem K‑Pg‑Ereignis dokumentieren, aus Nordamerika stammen, besteht ein erhebliches Wissensdefizit über den Verlauf dieser Erholung in Asien, wo lediglich 3 % der weltweiten Fundstellen liegen.
Frühe Zahngröße und morphologische Vielfalt
Laut den Autoren wiesen isolierte paläozäne eutherische Assemblagen aus China bereits zu Beginn des Paläozäns eine hohe mittlere Zahngröße sowie eine ausgeprägte morphologische Disparität auf. Diese Befunde deuten darauf hin, dass die frühen eutherischen Gemeinschaften in Südchina bereits über ein breites funktionelles Potenzial verfügten.
Umweltgesteuerte Formveränderungen
Im weiteren Verlauf des Paläozäns beobachteten die Forscher eine parallele Verschiebung der Zahnmorphologie in Zusammenhang mit regionalen und globalen Umweltveränderungen. Die Daten zeigen, dass sich die Zahnformen den sich ändernden klimatischen Bedingungen anpassten, wobei die Formvariabilität länger anhielt als die Variation der funktionellen Leistung.
Maximale Form‑Leistungs‑Kopplung
Die Analyse ergab, dass die maximale Kopplung zwischen Zahnmorphologie und Leistungsfähigkeit gegen Ende der ersten zehn Millionen Jahre nach dem K‑Pg‑Ereignis erreicht wurde. Dieser Höhepunkt markiert den Abschluss einer Phase, in der die eutherischen Vorfahren sowohl robuste als auch spezialisierte Merkmale entwickelten – ein Prozess, den die Autoren als „brawn before bite“ bezeichnen.
Implikationen für die Evolution der Säuger
Die Autoren schließen daraus, dass viele heute existierende Ordnungen der Plazentatiere aus phänotypisch und funktionell plastischen Vorfahren hervorgegangen sind, die bereits im tropischen Südchina während des Paläozäns vorhanden waren. Die langfristige Variabilität von Zahnform und -leistung unterstützt das Bild einer evolutionären Flexibilität, die die Diversifizierung der Säuger begünstigte.
Ausblick und Bedeutung
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die asiatischen Fossilfundstellen weiter zu erforschen, um ein vollständigeres Bild der post‑K‑Pg‑Erholung zu erhalten. Sie liefern zudem wichtige Hinweise für das Verständnis der frühen Säugerökologie und der Mechanismen, die die heutige Biodiversität prägen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von e
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