In den vergangenen Monaten haben sich Cholera‑Ausbrüche in sechs Ländern West‑ und Zentralafrikas ausgebreitet, wodurch Millionen von Kindern einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Die UN‑Kinderhilfsorganisation UNICEF warnt, dass ohne zusätzliche Mittel die Situation weiter eskalieren könnte.
Betroffene Länder und Fallzahlen
Nach Angaben von UNICEF sind derzeit Nigeria, Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik, Kamerun und Tschad von aktiven Ausbrüchen betroffen. Nigeria verzeichnet seit Jahresbeginn über 50.000 gemeldete Fälle und 338 Todesfälle, während die Demokratische Republik Kongo mit mehr als 30.400 Fällen und nahezu 700 Todesfällen die höchste Sterblichkeitsrate aufweist.
Transmission corridors
Die Ausbrüche konzentrieren sich entlang zweier wichtiger Transmissionswege: im Einzugsgebiet des Tschadsees erstrecken sich Fälle von Tschad über Kamerun nach Nigeria, im Einzugsgebiet des Kongo‑Flusses breiten sich die Fälle von der Demokratischen Republik Kongo über die Republik Kongo bis in die Zentralafrikanische Republik aus. Überschwemmungen entlang dieser Flüsse kontaminieren Wasserquellen, beschädigen sanitäre Einrichtungen und erschweren den Zugang zu betroffenen Gemeinschaften.
Besondere Belastung von Kindern
In der Zentralafrikanischen Republik machen Kinder unter zehn Jahren 44 % aller gemeldeten Fälle aus, während in Tschad fast zwei Drittel der Infektionen bei Kindern unter 15 Jahren auftreten. In Kamerun liegt das mittlere Alter der Patienten bei zehn Jahren, was die disproportionale Belastung der jüngeren Bevölkerung verdeutlicht.
Reaktionsmaßnahmen vor Ort
UNICEF und Partner arbeiten gemeinsam mit nationalen und subnationalen Behörden daran, den Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung zu erweitern, die Krankheitsüberwachung zu stärken, wichtige medizinische Materialien zu liefern und orale Cholera‑Impfkampagnen zu unterstützen. Die Koordination erfolgt zudem in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation und dem Afrikanischen CDC entlang der kritischen Transmissionswege.
Finanzierungsbedarf und Appell
UNICEF fordert zusätzlich 15 Millionen US‑Dollar, um die Reaktionskapazitäten in den kommenden sechs Monaten auszubauen. „Dieser Ausbruch ist nicht mehr an Grenzen gebunden“, sagte Gilles Fagninou, UNICEF‑Regionaldirektor für West‑ und Zentralafrika, und betonte die Notwendigkeit von Dringlichkeit, Investitionen und regionaler Solidarität.
Umwelt- und Fluchtdynamik
Seasonale Regenfälle, Überschwemmungen und die daraus resultierende Vertreibung von Bevölkerungsgruppen beschleunigen die Verbreitung der wasserbasierten Krankheit, die zwar vermeidbar und behandelbar ist, jedoch ohne ausreichende Ressourcen weiter an Schwere gewinnen kann.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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