Forscher haben gezeigt, dass das Kinase‑Enzym CK1δ im zirkadianen System von Säugetieren nur begrenzt im Zellkern verfügbar ist, weil es sowohl rasch abgebaut als auch aktiv aus dem Kern exportiert wird. Gleichzeitig bleibt CK1δ im Zytoplasma leicht zugänglich für die Bindung an PER‑Proteine, was den zeitlichen Ablauf des molekularen Rhythmus beeinflusst.
Hintergrund des zirkadianen Regelkreises
Der zirkadiane Rhythmus wird durch ein Rückkopplungsnetzwerk gesteuert, in dem der Transkriptionsaktivator CLOCK:BMAL1 die Expression von Inhibitoren wie PER‑ und CRY‑Proteinen auslöst. Diese Inhibitoren bilden zusammen mit der Kinase CK1δ Komplexe, die die Aktivität von CLOCK:BMAL1 modulieren.
Experimentelle Vorgehensweise
Mittels eines induzierbaren Überexpression‑Systems untersuchten die Wissenschaftler, wie die Verfügbarkeit von CK1δ im Zellkern reguliert wird. Sie beobachteten sowohl den Abbau als auch den Export von CK1δ, das nicht in einem PER‑Komplex eingebunden war.
Nukleärer Abbau und Export von CK1δ
Die Ergebnisse zeigen, dass nicht‑gebundene CK1δ‑Moleküle im Kern rasch durch proteasomale Prozesse degradiert werden und zusätzlich aktiv aus dem Kern exportiert werden. Dieser Mechanismus begrenzt die Menge an CK1δ, die im Kern aktiv sein kann.
Verfügbarkeit im Zytoplasma und Einfluss auf PER2‑CRY1
Im Zytoplasma hingegen ist CK1δ ohne Einschränkung verfügbar und kann PER‑Proteine phosphorylieren. Die Phosphorylierung durch CK1δ kann die Interaktion zwischen PER2 und CRY1 stören, wodurch PER2‑Dimere entstehen, die nur geringe Mengen an CRY1 enthalten.
Endogene PER2‑Lokalisierung im Rhythmus
Analysen der endogenen PER2‑Verteilung in Zellen mit einem intakten zirkadianen Kreis zeigten, dass PER2 gegen Ende des Zyklus vermehrt im Zytoplasma akkumuliert. Dieses Muster unterstützt die Annahme, dass PER2 aus dem Kern entfernt wird, während CK1δ‑abhängige Prozesse weiterlaufen.
Modell fĂĽr den Ăśbergang zwischen repressiven Phasen
Auf Basis dieser Befunde schlagen die Autoren vor, dass die Anreicherung von PER:CRY:CK1δ‑Komplexen im Zytoplasma zur Entfernung von PER2 aus dem Kern beiträgt. Gleichzeitig könnte die CK1δ‑abhängige Freisetzung von CRY1 in den Kern die Repression von CLOCK:BMAL1 auf DNA aufrechterhalten und so den Übergang von einer frühen zu einer späten repressiven Phase unterstützen.
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