USA: Community-basiertes Screening identifiziert 20 % der Teilnehmenden mit hohem kardiovaskulärem Risiko
Studienaufbau und Zielsetzung
In einer groß angelegten, nicht randomisierten Studie wurden Erwachsene in verschiedenen Gemeinden des Vereinigten Königreichs auf ihr kardiovaskuläres Risiko untersucht. Ziel war es, die Machbarkeit eines point-of-care Screenings zu prüfen und Personen mit hohem Risiko zu identifizieren.
Teilnehmercharakteristik
Insgesamt wurden 4 256 Teilnehmende erfasst (Durchschnittsalter 49 Jahre, 57 % männlich, 31 % mit Body‑Mass‑Index ≥ 30 kg/m²). Die Stichprobe setzte sich aus einem Primär‑Kohorten‑Panel, einer gezielten Outreach‑Subkohorte (1 970 Teilnehmende) und einer Arbeitsplatz‑Subkohorte (756 Teilnehmende) zusammen.
Risikofaktoren und Prävalenz
Bei den Teilnehmenden des Primär‑Kohorten‑Panels wiesen 35 % (1 486) erhöhte Gesamtcholesterinwerte (> 5,0 mmol/L) auf, 10 % waren Raucher, weitere 10 % erfüllten die Kriterien für Gewichtsreduktionsprogramme und 19 % benötigten eine Blutdruck‑Management‑Intervention.
QRISK3‑Ergebnisse
Der QRISK3‑Score wurde für fast alle Teilnehmenden berechnet, die bislang keinen kardiovaskulären Vorfall hatten (ca. 90 %). Ein Score von ≥ 10 % wurde bei 20 % (784 von 3 842) der Primär‑Kohorte, bei 26 % (457 von 1 743) der Outreach‑Subkohorte und bei 6 % (41 von 701) der Arbeitsplatz‑Subkohorte festgestellt.
Behandlungsdefizite
Von den Personen mit einem QRISK3‑Score ≥ 10 % erhielten 60 % (472 von 784) in der Primär‑Kohorte zum Zeitpunkt der Untersuchung keine lipidsenkende Therapie, was auf ein erhebliches Versorgungsdefizit hinweist.
Schlussfolgerungen
Das point-of-care Screening in kommunalen Settings ermöglichte die Identifikation von Personen mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko und offenbarmachte ungeklärte Versorgungsbedarfe. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für weiterführende, kontrollierte Studien, die systematische Nachverfolgung und gesundheitsökonomische Analysen einbeziehen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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