Computervorhersagen identifizieren fünf lebensverlängernde Substanzen bei Fadenwürmern
International: Computervorhersagen identifizieren fünf lebensverlängernde Substanzen bei Fadenwürmern
Eine aktuelle Studie in eLife hat 16 Substanzen, die zuvor durch ein Computer‑Screening als potenziell anti‑aging eingestuft wurden, im Caenorhabditis‑Intervention‑Testing‑Programm getestet; fünf Verbindungen verlängerten die mittlere Lebensdauer von Caenorhabditis elegans und erzielten damit eine Trefferquote von 30 %.
Methodik und Testdesign
Die Forscher wählten die 16 Kandidaten aus einer veröffentlichten Vorhersage und führten standardisierte Lebensdauer‑Assays mit dem Fadenwurm C. elegans durch, wobei mehrere Spezies‑Parameter berücksichtigt wurden.
Ergebnisse: Nicht wirksam
Elf Substanzen – Aldosteron, Arecolin, Bortezomib, Dasatinib, Decitabin, Dexamethason, Erlotinib, Everolimus, Gefitinib, Temsirolimus und Thalidomid – zeigten entweder keinen Einfluss auf die mittlere Lebensdauer oder erwiesen sich als toxisch.
Ergebnisse: Lebensverlängernde Substanzen
Die fünf wirksamen Verbindungen waren All‑trans‑Retinsäure (atRA, medizinisch als Tretinoin bekannt), Berberin, Fisetin, Propranolol und Ritonavir.
Genetische Anforderungen für atRA
Eine vertiefte Analyse von atRA offenbarte, dass die Lebensdauerverlängerung von den regulatorischen Kinasen AKT‑1 und AKT‑2 abhängt; der klassische Akt‑Target‑FOXO/DAF‑16 war weitgehend dispensierbar, während weitere Akt‑Targets wie Nrf2/SKN‑1, HSF1/HSF‑1 und die AMPK‑Katalysatorsubunit AAK‑2 notwendig waren.
Bedeutung und Ausblick
Die Autoren betonen, dass die Kombination von computergestützter Vorhersage und funktioneller Genetik in Nematoden eine effiziente Strategie zur Identifikation von Anti‑Aging‑Interventionen darstellt. Sie weisen zudem darauf hin, dass die konservierten Signalwege Hinweise auf eine mögliche Relevanz für höhere Organismen geben, wobei weitere Validierungen erforderlich sind. Abschließend planen die Forscher, die rechnerische Pipeline zu erweitern und zusätzliche Substanzen in mehreren Modellorganismen zu testen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von eLife, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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