Deutschland: Deutsch-französische Minister betonen verstärkte Zusammenarbeit zum Schutz Jugendlicher im digitalen Raum
Am 22. Juni 2026 haben der deutsche Minister für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien und die französische Minister für Sport, Jugend und Gemeinwesen Marina Ferrari in Paris die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum betont. Beide verwiesen auf das geplante französische Verbot sozialer Netzwerke für Nutzer unter 15 Jahren und auf die bevorstehende Vorstellung der Ergebnisse einer deutschen Expertenkommission am 24. Juni.
Gemeinsame Positionen zum digitalen Jugendschutz
Der französische Minister erklärte, dass das Verbot an Schulen ein klares Signal für die öffentliche und geistige Gesundheit junger Menschen setze. Der deutsche Minister wies darauf hin, dass Mobbing im Internet eine wachsende Herausforderung darstelle und dass die Expertenkommission bereits im April festgestellt habe, dass der aktuelle Schutz in Deutschland und Europa nicht ausreiche.
Bedeutung des Deutsch‑Französischen Jugendwerks
Das Deutsch‑Französische Jugendwerk habe bislang über 10 000 junge Menschen an Schulaustauschen, Praktika, Freiwilligenarbeit, interkulturellen Begegnungen und Sprachprogrammen teilhaben lassen, so die Minister. Das Werk werde als wichtiger Pfeiler für den Austausch europäischer Werte angesehen.
Ausblick auf eine gemeinsame Strategie
Der deutsche Minister kündigte an, die Empfehlungen der Expertenkommission zu prüfen und auf deren Basis eine Gesamtstrategie zu entwickeln, die sich an europäischen Partnern orientiere. Ziel sei eine verbesserte Medienbildung, die Lehrkräfte, Eltern und Jugendliche altersgerecht anspricht.
Personelle Änderungen im Parlamentarischen Gremium
Im Rahmen der Versammlung wurde der Abgeordnete Dr. Yannick Bury zum deutschen Co‑Vorsitzenden des Vorstands gewählt, während die französische Co‑Vorsitzende Brigitte Klinkert das Amt übernimmt. Die Versammlung besteht aus 100 Mitgliedern, je 50 Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der französischen Assemblée nationale.
Historischer Kontext der Zusammenarbeit
Die deutsch‑französische Parlamentarische Versammlung wurde 2019 auf Basis des Deutsch‑Französischen Parlamentsabkommens eingerichtet, das im März 2019 von beiden Parlamenten verabschiedet wurde. Das Abkommen sei Ergebnis intensiver Beratungen der deutsch‑französischen Arbeitsgruppe, die 2018 anlässlich des 55. Jahrestages des Élysée‑Vertrags ins Leben gerufen wurde.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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