Deutschland: Deutsch-Französische Parlamentarische Versammlung diskutiert Jugend- und Bildungspolitik in Paris
Am Montag, den 22. Juni 2026, trafen sich Abgeordnete des Deutschen Bundestages und der französischen Assemblée nationale zur dreizehnten Sitzung der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung in Paris. Im Mittelpunkt standen Themen der Jugend- und Bildungspolitik, insbesondere die Förderung des Spracherwerbs und der Schutz von Minderjährigen in digitalen Netzwerken.
Leitung und Themenschwerpunkte
Die Sitzung wurde vom Bundestagspräsident Julia Klöckner gemeinsam mit der französischen Amtskollegin Yaël Braun-Pivet eröffnet. Bundesbildungsminister Karin Prien und die französische Amtskollegin Marina Ferrari standen den Parlamentariern für Fragen zur Verfügung und präsentierten konkrete Vorschläge zur Stärkung des Interesses junger Menschen am Erlernen der jeweils anderen Sprache.
Sprachförderung und digitale Sicherheit
Die Abgeordneten berieten, wie schulische Programme und Austauschinitiativen das Interesse an der Nachbarsprache erhöhen können. Parallel dazu wurden gemeinsame Ansätze zum besseren Schutz von Minderjährigen in sozialen Netzwerken diskutiert, wobei sowohl rechtliche als auch technische Maßnahmen im Fokus standen.
Aussage des Bundestagspräsidenten
Bundestagspräsident Julia Klöckner betonte: „Sprache baut Brücken – Algorithmen reißen sie oftmals ein. Umso wichtiger ist es, junge Menschen wieder vermehrt für die Sprache des Nachbarn zu begeistern und sie zugleich mit den Schattenseiten der digitalen Räume nicht allein zu lassen.“ Diese Bemerkung unterstreicht die doppelte Zielsetzung der Versammlung.
Verlauf der Sitzung
Die Versammlung begann um 11 Uhr und wurde live auf www.bundestag.de übertragen. Die Anhörung der beiden Ministerinnen war für etwa 11:20 Uhr angesetzt. Im Anschluss wurde der Abgeordnete Yannick Bury (CDU/CSU) zum deutschen Ko-Vorsitzenden des Vorstands gewählt, womit er Andreas Jung (CDU/CSU) nach dessen Ausscheiden im Mai 2026 nachfolgte.
Kulturelle Begleitung
Am Montagnachmittag besuchten Bundestagspräsident Julia Klöckner und Yaël Braun-Pivet das deutsch‑französische Kulturinstitut Maison Heinrich Heine in der Cité universitaire de Paris. Dort trafen sie Projektteilnehmer des Deutsch‑Französischen Jugendwerks und des Deutsch‑Französischen Bürgerfonds. Anschließend legten die Parlamentspräsidenten an der Gedenkstätte Mémorial de la Shoah einen Kranz zum Gedenken an den Völkermord an den Juden nieder und informierten sich über die Geschichte von Holocaust‑Überlebenden und Politikerin Simone Veil.
Institutioneller Rahmen
Die Deutsch‑Französische Parlamentarische Versammlung besteht aus insgesamt 100 Mitgliedern, je zur Hälfte aus den beiden Parlamenten. Sie trifft sich mindestens zweimal im Jahr, abwechselnd in Deutschland und Frankreich, basierend auf dem 2019 verabschiedeten Deutsch‑Französischen Parlamentsabkommen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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