Deutschland: Deutsche Parlamentariergruppe stärkt Zusammenarbeit mit Australien und Fidschi
Zwischen dem 8. und 18. Februar 2026 reiste eine Delegation der Deutsch‑Pazifischen Parlamentariergruppe nach Australien und in die Republik Fidschi, um die bilateralen Beziehungen zu vertiefen und die bevorstehende Bewerbung Deutschlands für einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zu unterstützen.
Ziel und politischer Kontext
Ulrich Thoden, Vorsitzender und Delegationsleiter der Parlamentariergruppe, erklärte, dass die Reise dem Prinzip der Diversifizierung von Partnerschaften diene und politische sowie wirtschaftliche Abhängigkeiten reduziere. Er betonte, dass die fast 50 Parlamentariergruppen im Deutschen Bundestag dafür geschaffen seien, den Dialog mit gleichgesinnten Staaten zu fördern.
Sicherheit im Indopazifik
Thoden wies darauf hin, dass die Sicherheit im Indopazifik ein zentrales Thema sei, das durch den Aufstieg Chinas und die veränderte US‑Außenpolitik geprägt werde. Er kritisierte den Rückzug der amerikanischen Entwicklungshilfeagentur USAID und beschrieb die daraus entstehende Leerstelle als Chance für andere Akteure, insbesondere Deutschland, als verlässlichen Partner aufzutreten.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Freihandel
In Gesprächen mit australischen Wirtschaftsvertretern wurde das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU, Australien und Neuseeland thematisiert. Thoden betonte, dass die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten seien und noch offene Punkte zu Fleisch und Herkunftsbezeichnungen geklärt werden müssten.
Rohstoffversorgung und seltene Erden
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Diversifizierung der deutschen Rohstofflieferketten. Thoden erklärte, dass Australien über bedeutende Vorkommen seltener Erden verfüge, die für die Elektromobilität und die Verteidigungsindustrie von Bedeutung seien. Beide Länder streben langfristige Lieferverträge an, um Investitionsrisiken zu minimieren.
Wissenschaft, Bildung und kultureller Austausch
Die Delegation traf sich zudem mit Vertretern aus Wissenschaft und Kultur, um die Zusammenarbeit in Forschung, Bildung und dem Rücktransfer von indigenen Kunstgegenständen zu stärken. Thoden betonte, dass Deutschland seiner historischen Verantwortung gegenüber unrechtmäßig erworbenen Kulturgütern nachkomme.
Ausblick auf die UN‑Sicherheitsratsbewerbung
Die Gespräche in Canberra und Suva verdeutlichten, dass die pazifischen Inselstaaten Deutschland als verlässlichen Partner für Sicherheit, Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz ansehen. Thoden forderte die deutschen Regierungen auf, diese positiven Signale in konkrete Initiativen umzusetzen, um die Chancen im Rahmen der UN‑Sicherheitsratsbewerbung zu nutzen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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