Die Bundesregierung steht seit 2020 in kontinuierlichem Austausch mit Regierungsvertretern Namibias, Vertretern der Nama und weiteren Akteuren, um das Hyphen‑Projekt zur Produktion von grünem Wasserstoff im Tsau‑IlKhaeb‑Nationalpark zu koordinieren. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke betonte die Regierung, dass Gespräche auf allen Ebenen stattfinden und sowohl wirtschaftliche als auch historische Aspekte berücksichtigt werden.
Projekt‑Hintergrund
Im November 2021 wählte die namibische Regierung das Unternehmen Hyphen Hydrogen Energy zum bevorzugten Bieter für ein großskaliges Wasserstoffvorhaben im Nationalpark nahe Lüderitz. Ziel ist die jährliche Produktion von bis zu 350.000 Tonnen Wasserstoff, die in rund zwei Millionen Tonnen Ammoniak umgewandelt und nach Europa exportiert werden sollen. Das verbindliche Umsetzungsabkommen wurde im Mai 2023 unterzeichnet; bislang befindet sich das Projekt noch in der Vorbereitungsphase.
Regierungsebene
Laut der Antwort der Bundesregierung erfolgen Vorgespräche auf Arbeitsebene mit der Privatwirtschaft, um mögliche Außenwirtschaftsförderinstrumente zu erläutern. Dabei wurden insbesondere das Antragsverfahren und die Kriterien für die Deckungsübernahme vorgestellt.
Einbindung der Nama‑Gemeinschaften
Vertreter der Nama werden regelmäßig in den Dialog einbezogen, um Fragen zur Wasserstoffproduktion und zur Aufarbeitung deutscher Kolonialverbrechen zu besprechen. Die Bundesregierung betont, dass die betroffenen Gemeinschaften in allen Phasen des Projekts berücksichtigt werden.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Die deutschen Behörden prüfen verschiedene Förderinstrumente, um private Investitionen zu unterstützen und den Export von Wasserstoffprodukten nach Europa zu sichern. Die Gespräche umfassen sowohl finanzielle als auch regulatorische Aspekte, die für die Realisierung des Vorhabens entscheidend sind.
Zeitrahmen
Ursprünglich war geplant, Ende 2026 bzw. im Verlauf des Jahres 2027 mit der kommerziellen Produktion von grünem Wasserstoff zu beginnen. Der aktuelle Stand bleibt jedoch in der Vorbereitungsphase, sodass ein konkreter Produktionsstart noch aussteht.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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