Deutschland: Mauretanien als zentraler Partner der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich mit einem Finanzvolumen von 275 Millionen Euro auf Mauretanien, das als einziger demokratischer Staat in der Sahel-Region gilt und zugleich ein wichtiges Transitland für Migration darstellt. Ziel ist die Stärkung von Frieden, gesellschaftlichem Zusammenhalt, nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung, Beschäftigung und dem Schutz natürlicher Lebensgrundlagen.
Sicherheitskooperation
Im Rahmen bilateraler und multinationaler Initiativen unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) den Aufbau von Kapazitäten der mauretanischen Sicherheitskräfte. Die Maßnahme soll ein Übergreifen von Terrorismus und Instabilität aus dem benachbarten Krisenland Mali verhindern.
Migrationssituation
Mauretanien hat mit rund 5,5 Millionen Einwohnern mehr als 310 000 Geflüchtete aus Mali aufgenommen, die überwiegend im Flüchtlingslager Mbera im Südosten leben. Durch die im Jahr 2024 geschlossene Migrationspartnerschaft zwischen der EU und Mauretanien habe sich die Zahl der Boote, die von Mauretanien aus in Richtung Europa starten, deutlich reduziert.
Humanitäre Unterstützung
Gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm und UNICEF fördert Deutschland die Integration der Geflüchteten im Lager Mbera und den umliegenden Gemeinden. Die Programme umfassen Ernährungshilfe, Bildungsangebote und den Ausbau kommunaler Dienstleistungen, um sowohl die Geflüchteten als auch die lokale Bevölkerung zu unterstützen.
Parlamentarische Rückfragen
Verschiedene Fraktionen des Bundestages stellten Fragen zur Lage. Ein Vertreter des Auswärtigen Amtes bestätigte, dass der Fall einer mauretanischen Studentin, die 2023 wegen angeblicher Blasphemie verhaftet wurde und mit der Todesstrafe bedroht ist, regelmäßig in Gesprächen mit mauretanischen Regierungsvertretern sowie im EU‑Kreis thematisiert wird. Die AfD‑Fraktion erkundigte sich nach den Zielen eines deutschen Projekts zur Förderung verantwortungsvoller Regierungsführung, worauf eine BMZ‑Vertreter erklärte, dass der Ausbau staatlicher Dienstleistungen auf kommunaler Ebene das Vertrauen der Bevölkerung stärken solle. Ein Abgeordneter der SPD‑Fraktion fragte nach der Versorgungslage im Lager Mbera; die BMZ‑Vertreterin beschrieb die Situation als Mammutaufgabe, betonte jedoch, dass die Unterstützung nicht nur den Geflüchteten, sondern auch der einheimischen Bevölkerung zugutekomme. Eine Grüne Abgeordnete wies darauf hin, dass das Lager überfüllt sei und die umliegenden Dörfer überfordert seien, während die Linksfraktion nach zukünftigen Projekten im Bereich Ernährungssicherheit fragte.
Zukünftige Vorhaben
Die nächsten Regierungskonsultationen mit Mauretanien sind für November geplant. Im Zuge der geplanten BMZ‑Reform könnten Ernährungssicherheit und weitere strukturbildende Maßnahmen verstärkt in den Fokus rücken.
Gesamtbilanz
Die laufenden Vorhaben verdeutlichen das umfassende Engagement Deutschlands in Mauretanien, das von Sicherheitsunterstützung über Migrationsmanagement bis hin zu humanitärer Hilfe reicht und dabei eng mit internationalen Partnern koordiniert wird.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
Ende der Übertragung