Digitale Dialektisch-Behaviorale Therapie für CHR-Jugendliche – Studie startet
Ein neues Forschungsprojekt der internationalen Forschergruppe hat das Ziel, eine digitale Version der Dialektisch-Behavioralen Therapie (d-DBT) für Jugendliche im klinischen Hochrisiko für Psychose (CHR) zu entwickeln und deren Akzeptanz zu prüfen. In einer randomisierten, kontrollierten Studie sollen 60 Jugendliche, jeweils 30 in der Interventions- und 30 in der Kontrollgruppe, über einen Zeitraum von acht Wochen behandelt werden. Die Studie ist assessor‑masked und prüft neben der Akzeptanz auch die Durchführbarkeit einer größeren klinischen Prüfung.
Hintergrund
Jugendliche im CHR‑Status weisen häufig emotionale Dysregulation, psychiatrische Symptome, Substanzgebrauch, Suizidalität und Funktionsbeeinträchtigung auf. Diese Problemlage erschwert den Zugang zu konventionellen Therapieangeboten und erhöht den Bedarf an flexiblen, niedrigschwelligen Interventionen.
Studienziel
Die Forscher beabsichtigen, d-DBT an die spezifischen Bedürfnisse von CHR‑Jugendlichen anzupassen und die Akzeptanz, Nutzbarkeit sowie die Machbarkeit einer größeren Studie zu evaluieren. Sekundäre Zielgrößen umfassen Veränderungen in emotionaler Dysregulation, psychiatrischen Symptomen, Substanzgebrauch, Suizidalität und Funktionsniveau.
Methodik – Phase 1
In der ersten Phase wird d-DBT gemeinsam mit einem Jugend‑Advisory‑Board, das aus jungen Menschen mit eigener Erfahrung im CHR‑Bereich besteht, weiterentwickelt. Der Fokus liegt auf der Anpassung von Inhalten, Benutzeroberfläche und Interaktionsmöglichkeiten, um die Relevanz und Attraktivität für die Zielgruppe zu erhöhen.
Methodik – Phase 2
Die zweite Phase besteht aus einer randomisierten, kontrollierten Studie, in der die adaptierte d-DBT (n = 30) mit der üblichen Versorgung (n = 30) verglichen wird. Primäre Endpunkte sind Akzeptanz, Usability und die Machbarkeit des Studiendesigns. Sekundäre Endpunkte messen Veränderungen in den genannten klinischen Bereichen.
Erwartete Ergebnisse
Die Forscher erwarten, dass d-DBT von den teilnehmenden Jugendlichen als akzeptabel bewertet wird und dass die Durchführung einer größeren Studie realisierbar ist. Vorläufige Daten könnten Verbesserungen in der emotionalen Regulation, den psychiatrischen Symptomen, der Suizidalität und dem Funktionsniveau zeigen.
Studienregistrierung
Die Studie ist unter ClinicalTrials.gov mit der Kennung NCT06928935 registriert.
Bedeutung für die Forschung
Erfolgreiche Ergebnisse sollen die weitere Verfeinerung von d-DBT leiten und das Design einer confirmatorischen klinischen Prüfung unterstützen. Eine etablierte digitale Therapie könnte langfristig den Zugang zu evidenzbasierten Interventionen für CHR‑Jugendliche erweitern.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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