Am 6. Oktober 2026 hielt ein Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main eine Rede über die digitale Weiterentwicklung des Geldes und die geplante Einführung eines digitalen Euro.
Technologische Rahmenbedingungen
Der Redner betonte, dass die zunehmende Nutzung digitaler Zahlungswege und die Experimente von Finanzinstituten mit Distributed‑Ledger‑Technologie neue Chancen, aber auch Risiken für das Geldsystem schaffen. Ohne eine digitale Form von Bargeld könnte die Bedeutung öffentlichen Geldes weiter sinken.
Notwendigkeit einer europäischen Lösung
Derzeit existiere kein pan‑europäisches digitales Zahlungssystem, das alle Anwendungsfälle im Euroraum abdecke. Zwei‑Drittel der Kartenzahlungen im Euroraum beruhen auf internationalen Kartensystemen, und in 13 von 21 Ländern fehle ein heimisches Kartensystem.
Der digitale Euro als Ergänzung
Der digitale Euro soll als digitale Form von Zentralbankgeld für den Alltag dienen, sowohl online als auch offline, und in den meisten Nutzungsszenarien – von Person‑zu‑Person‑Zahlungen bis hin zu E‑Commerce – einsetzbar sein. Banken und regulierte Zahlungsdienstleister würden die Verteilung übernehmen, während die EZB keine kundenorientierten Dienste anbiete.
Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
Die Eurosystem‑Infrastruktur werde von der EZB getragen, ohne dass für Transaktionen Schemen‑ oder Verarbeitungsgebühren anfallen. Die Vergütung der Banken und Zahlungsdienstleister werde im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses festgelegt.
Finanzstabilität und Haftungsgrenzen
Der digitale Euro werde als reines Zahlungsmittel konzipiert, nicht als Anlageprodukt, und sei nicht verzinst. Einzelne Haltegrenzen von €500 bis €3,000 sollen eingeführt werden, um die finanzielle Stabilität zu wahren. Szenarioanalysen zeigen, dass selbst im extremen „flight‑to‑safety“-Fall die Auswirkungen auf die Liquidität der Banken gering bleiben, mit einem möglichen Einlagenzuwachs von €127 billion bis 2034, was 0,4 % der Bankvermögen entspricht.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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