Die Zahl der stationären Fälle von diabetischer Ketoazidose (DKA) bei Kindern in Thailand ist zwischen 2015 und 2023 deutlich gestiegen. In diesem Zeitraum wurden 10.669 Aufnahmen erfasst, wobei die Prävalenz von 4,5 auf 11,8 pro 10.000 pädiatrischer Hospitalisierungen anstieg.
Datenbasis und Methodik
Die Analyse beruhte auf einer landesweiten, retrospektiven Kohorte, die vom Nationalen Gesundheitsversicherungsamt (NHSO) bereitgestellt wurde. Eingeschlossen wurden Kinder im Alter von einem Monat bis unter 18 Jahren, die anhand der ICD‑10‑TM‑Codes als DKA‑Patienten identifiziert wurden. Multivariate logistische Regression wurde zur Identifikation unabhängiger Mortalitätsfaktoren eingesetzt; die Modellgüte wurde mittels Area Under the Curve (AUC) bewertet.
Entwicklung der Prävalenz
Die nationale Prävalenz zeigte einen kontinuierlichen Anstieg, wobei Bangkok die höchsten Raten aufwies. Regionale Unterschiede blieben über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg bestehen.
Intubationsrate nach Altersgruppen
Insgesamt wurde bei 10,2 % der Fälle eine Intubation durchgeführt. Die Rate war besonders hoch bei Säuglingen und älteren Jugendlichen, was auf ein erhöhtes Risiko schwerer respiratorischer Komplikationen in diesen Altersgruppen hinweist.
Mortalitätsentwicklung
Die Gesamtmortalität sank von 2,2 % im Jahr 2015 auf 0,6 % im Jahr 2023. Trotz dieses Rückgangs blieben regionale und altersbezogene Schwankungen erkennbar.
Risikofaktoren für Mortalität
Unabhängige Assoziationen mit einer erhöhten Sterblichkeit zeigten sich für Malignität (adjustiertes Odds Ratio 5,25, 95 %‑KI 1,63‑16,92, p = 0,005), septischen Schock (AOR 2,93, 95 %‑KI 1,71‑5,03, p < 0,001), Multiorgan‑Dysfunktion (AOR 9,46, 95 %‑KI 5,44‑16,46, p < 0,001) sowie die Notwendigkeit einer Intubation (AOR 33,43, 95 %‑KI 17,14‑65,22, p < 0,001). Im Vergleich zu Typ‑1‑Diabetes wiesen Typ‑2‑Diabetes (AOR 1,64, 95 %‑KI 1,00‑2,69) und nicht näher spezifizierte Diabetesformen (AOR 2,34, 95 %‑KI 1,25‑4,38) höhere Todeswahrscheinlichkeiten auf.
Modellgüte
Das Vorhersagemodell erreichte eine ausgezeichnete Diskriminierungsfähigkeit (AUC 0,9639) und erklärte mit einem pseudo‑R² von 0,5245 einen erheblichen Anteil der Mortalitätsvarianz.
Implikationen
Die steigende Hospitalisierungsrate kombiniert mit einer sinkenden, jedoch weiterhin bestehenden Mortalität legt nahe, dass verbesserte protokollbasierte Behandlungen positive Effekte haben. Dennoch bleiben gezielte Präventionsstrategien für Hochrisikogruppen, insbesondere Patienten mit kritischen Komplikationen, erforderlich.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
