USA: Dopamin-Genotyp beeinflusst Wirksamkeit von sozialem Vergleichs-Feedback beim Motorlernen
Eine von Allison F. Lewis, Rachel Bohnenkamp und Jill Campbell Stewart durchgeführte Studie hat untersucht, wie genetische Unterschiede im Dopaminsystem die Lernleistung bei einer motorischen Sequenzaufgabe beeinflussen, wenn unterschiedliche Rückmeldungen gegeben werden. An 52 erwachsenen Probanden wurden über zwei Tage hinweg Joystick‑basierte Bewegungsabläufe trainiert, wobei sie entweder nur ihre Reaktionszeit oder zusätzlich ein positives soziales Vergleichsfeedback erhielten.
Versuchsdesign und Feedbackbedingungen
Die Probanden wurden zufällig einer von zwei Rückmeldegruppen zugeteilt: Gruppe 1 erhielt ausschließlich die reine Reaktionszeit („Sie haben den Block in 80 Sekunden abgeschlossen“), Gruppe 2 erhielt zusätzlich ein Hinweis darauf, dass sie schneller als andere waren („Sie haben den Block in 80 Sekunden abgeschlossen. Sie waren schneller als andere“). Die Lernleistung wurde anhand der Veränderung der Reaktionszeit vom ersten Block am ersten Tag zum ersten Block am zweiten Tag gemessen.
Genotypisierung und Polygene Bewertung
Salivproben wurden zur Bestimmung der Varianten der Dopaminrezeptoren DRD1, DRD2, DRD3 sowie des COMT‑Gens verwendet. Jede Variante wurde mit 0–2 Punkten bewertet und zu einem Polygene‑Score von 0 bis 8 summiert. Auf Basis dieses Scores wurden die Probanden in eine Low‑Dopamin‑Gruppe (Score 1–4) und eine High‑Dopamin‑Gruppe (Score 5–8) eingeteilt.
Ergebnisse der Interaktion
Eine statistisch signifikante Interaktion zwischen Lernzeit, Polygene‑Gruppe und Feedbacktyp wurde festgestellt (p = 0,048). Die Low‑Dopamin‑Gruppe zeigte größere Verbesserungen, wenn sie nur die reine Reaktionszeit erhielt, während das zusätzliche soziale Vergleichsfeedback keinen Vorteil brachte. Die High‑Dopamin‑Gruppe profitierte in ähnlichem Maße von beiden Feedbackformen.
Interpretation der Befunde
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Feedback, das dopaminerge Prozesse aktivieren soll, bei Personen mit niedrigerer dopaminerger Neurotransmission weniger wirksam sein könnte. Für diese Gruppe könnte ein schlichtes, rein objektives Feedback vorteilhafter sein.
Implikationen für personalisiertes Training
Die Studie legt nahe, dass genetische Profile künftig berücksichtigt werden könnten, um Trainings‑ und Lernumgebungen individueller zu gestalten. Ein gezielter Einsatz von Feedback‑Strategien könnte dadurch effizienter werden.
Einschränkungen und Ausblick
Die Stichprobengröße ist begrenzt, und die Untersuchung beschränkte sich auf gesunde Erwachsene ohne klinische Vorbelastungen. Weitere Forschung ist nötig, um die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf andere Aufgaben, Altersgruppen und klinische Populationen zu prüfen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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