Ein neuer Exoplanet wurde im System Beta Pictoris identifiziert. Das Objekt, benannt als Beta Pictoris d, ist 100‑mal lichtschwächer als der bereits bekannte Planet Beta Pictoris b und gehört zu den leichtesten je von der Erde aus direkt abgebildeten Exoplaneten. Die Entdeckung wurde von einem internationalen Forscherteam publiziert, das die Daten des Very Large Telescope (VLT) des European Southern Observatory (ESO) ausgewertet hat.
Entdeckungsmethode
Die Astronomen nutzten die Direktabbildung, bei der das Licht eines Planeten als separates Bild neben dem hellen Stern erfasst wird. Durch den Einsatz des ERIS‑Instruments am VLT gelang es, das extrem schwache Signal von Beta Pictoris d zu isolieren, obwohl das Objekt nur etwa 2,4 Jupitermassen besitzt.
Archivsuche
Bei der Analyse historischer Beobachtungen stellten die Forscher fest, dass das neue Objekt bereits in Aufnahmen aus dem ESO‑Archiv zu finden ist, die bis zu 11 Jahre zurĂĽckreichen. „Wir haben das Signal in mehreren frĂĽheren SPHERE‑Bildern entdeckt“, erklärte Markus Bonse, Mitautor der Studie. Ein unabhängiges Team um Aidan Gibbs bestätigte die Entdeckung später mit Daten des James‑Webb‑Space‑Telescopes (JWST).
Eigenschaften des Planeten
Beta Pictoris d umkreist den Stern in einer deutlich weiteren Umlaufbahn als die beiden bereits bekannten Planeten. Mit einer Masse von 2,4 Jupitermassen ist es wesentlich leichter als Beta Pictoris b und c, die jeweils rund das Zehnfache der Jupitermasse besitzen. Das Objekt ist zudem relativ kalt, was seine extreme Finsternis erklärt.
Bedeutung fĂĽr die Exoplanetenforschung
Die Entdeckung erweitert das Beta Pictoris‑System zu einem der wenigen bekannten Systeme mit mehr als zwei direkt abgebildeten Exoplaneten. „Solche Systeme sind besonders wertvoll, weil sie Aufschluss ĂĽber die Entstehung von Planeten in einem gemeinsamen Umfeld geben“, sagte Ben Sutlieff, Ko‑Leiter der Untersuchung. Das Vorhandensein von Beta Pictoris d erklärt zudem die Form des umgebenden TrĂĽmmerdisks.
Ausblick auf zukĂĽnftige Beobachtungen
Forscher sehen in der Entdeckung einen Hinweis darauf, dass weitere, noch schwächere Planeten in bereits untersuchten Archiven verborgen sein könnten. Die bevorstehende Inbetriebnahme des Extremely Large Telescope (ELT) des ESO könnte solche Objekte künftig noch leichter sichtbar machen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von European Southern Observatory, lizenziert unter Quelle beachten. Lizenzangabe konnte nicht eindeutig zugeordnet werden.
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