Deutschland: Druck auf internationale Zivilgesellschaft steigt, berichten Jugenddelegierte
Steigende Belastungen fĂĽr die Zivilgesellschaft
Der Druck auf die internationale Zivilgesellschaft nimmt zu, wie die aktuellen Jugenddelegierten für nachhaltige Entwicklung Matilda Ramge und Florian Brod sowie die frühere Delegierte Audrey MacLean mit Blick auf das High‑level Political Forum on Sustainable Development (HLPF) im vergangenen Jahr festgestellt haben.
Bericht des Jugenddelegierten Florian Brod
Bei einer öffentlichen Fachveranstaltung des Parlamentarischen Beirats für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen am 9. Juli 2026 erläuterte Brod, dass bereits nach dem zweiten Tag des HLPF vom 7. bis 15. Juli 2026 in New York Vertreter aus dem globalen Süden mit höheren Hürden konfrontiert seien.
Geforderter Schutz für zivilgesellschaftliche Räume
Brod betonte, dass ein dringender Schutz für zivilgesellschaftliche Räume notwendig sei, um finanzielle Kürzungen, rechtliche Einschränkungen, öffentliche Diffamierung und Einschüchterungen durch Gewaltdrohungen zu verhindern.
Kontroverse um Klimaschutz und Gleichstellung
Er verwies darauf, dass beim HLPF 2025 die Themen Klimaschutz und Gleichstellung stark umstritten waren. Von den USA initiierte Anträge zum Streichungsversuch dieser Themen seien gescheitert, dennoch sei die Ministerielle Deklaration 2025 mit Gegenstimmen der USA und Israels angenommen worden – im Gegensatz zu den vorherigen, einstimmig verabschiedeten Deklarationen.
Verändertes multilaterales Umfeld
Audrey MacLean, ehemalige Delegierte 2024‑2025, schilderte einen grundlegenden Wandel des multilateralen Umfelds nach dem Regierungswechsel in den USA, wobei geopolitische und wertebezogene Konfliktlinien die frühere Konsens‑Basis zur Agenda 2030 verdrängen. Sie hob die Bedeutung glaubwürdiger freiwilliger Staatenberichte, etwa des deutschen Berichts 2025, hervor.
Erwartungen an Deutschland
Matilda Ramge, im November 2025 zur neuen UN‑Jugendelegierten gewählt, äußerte die Erwartung, dass Deutschland seiner internationalen Verantwortung gerecht werde, eine verlässliche Stimme des Multilateralismus in progressiven Allianzen bleibe und als Partner junger Menschen auftrete. Sie fordert eine klare Haltung der deutschen Verhandler zu den anhaltenden Debatten über Klima‑ und Gleichstellungssprache.
UmsetzungslĂĽcken bei den SDGs
Ramge identifizierte großen Nachsteuerungsbedarf bei SDG 12 (nachhaltiger Konsum und Produktion) und SDG 13 (Klimaschutz) sowie rückläufige Tendenzen bei SDG 1 (Armutsbekämpfung) und SDG 10 (Chancengleichheit).
Appell an die Abgeordneten
Sie appellierte an die Abgeordneten, die nächsten vier Jahre konstruktiv zu nutzen, die Ziele der nachhaltigen Entwicklung parteiübergreifend zu stärken und deren Umsetzung voranzutreiben.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Deutscher Bundestag, lizenziert unter Amtliches Werk gem. § 5 UrhG (Deutschland).
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