Hintergrund
In einer In‑Vitro‑Studie wurden sechzig einwurzelige Zähne untersucht, um die Genauigkeit der Kanalformung bis zur apikalen Konstriktion (AC) mithilfe von elektronischen Apex‑Lokatoren (EAL) integrierten Endodontikmotoren zu bewerten. Ziel war es, festzustellen, ob die gleichzeitige Bestimmung der Arbeitstiefe (WL) während des Formens zu Abweichungen gegenüber einem separaten EAL führt.
Methodik
Die Zähne wurden zunächst dekroniert, anschließend per Mikro‑CT gescannt und in drei gleichgroße Gruppen eingeteilt: Rooter Universal (RU), Tri Auto ZX II (TA) und eine Kontrollgruppe, jeweils zwanzig Proben. In den beiden Testgruppen erfolgte die WL‑Bestimmung gleichzeitig mit dem Formvorgang, wobei die Auto‑Reverse‑Funktion bei einem Markierungswert von 0,5 aktiviert war. In der Kontrollgruppe wurde die WL vor dem Formen mit einem herkömmlichen EAL (Root ZX) gemessen.
Ergebnisse
Nach dem Formen wurden erneut Mikro‑CT‑Scans durchgeführt und die Endpunkte der Formung mit der AC überlagert. Keine Probe zeigte ein Überschreiten des apikalen Foramen. Bei einem Toleranzbereich von 0,5 mm wiesen alle Systeme vergleichbare Genauigkeit auf (V = 0,263, P = 0,126). Die Kontrollgruppe erreichte die AC signifikant näher als RU (P = 0,001) und TA (P < 0,001), während sich RU und TA nicht unterschieden (P = 0,588).
Diskussion
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Integration eines EAL in das Endodontiksystem die Bestimmung der WL nicht beeinträchtigt. Dennoch erwies sich das eigenständige EAL in der Kontrollgruppe als zuverlässiger, wenn es um die Bewahrung der AC‑Integrität ging. Diese Beobachtung könnte darauf hindeuten, dass die gleichzeitige Nutzung des EAL während des Formens zwar praktisch ist, jedoch in kritischen Fällen ein separates Messverfahren bevorzugt werden sollte.
Schlussfolgerung
Die Studie bestätigt, dass EAL‑integrierte Motoren eine vergleichbare Präzision bei der Kanalformung bieten, während ein separates EAL die Genauigkeit bei der Einhaltung der AC weiter erhöht. Für die klinische Praxis bedeutet dies, dass beide Ansätze anwendbar sind, wobei die Wahl vom gewünschten Sicherheitsgrad abhängt. Weitere Untersuchungen in klinischen Settings sind nötig, um die Übertragbarkeit der In‑Vitro‑Ergebnisse zu prüfen.Dieser Bericht basiert auf Informationen von PLOS ONE, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Open Access). Wissenschaftliche Inhalte, offen zugänglich.
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