UN: Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo – 100‑Tage‑Bericht
Nach 100 Tagen seit der Meldung des Bundibugyo‑Ebola-Ausbruchs wurden in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) 5.515 bestätigte Fälle und 2.642 Todesfälle registriert, was einer Sterblichkeitsrate von fast 48 % entspricht. Der Ausbruch betrifft derzeit sechs Provinzen, wobei die Provinz Ituri mit rund 85 % der Fälle und 79 % der Todesfälle das Epizentrum bildet.
Entwicklung der Fallzahlen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass in den ersten drei Monaten durchschnittlich fast 90 bestätigte Fälle pro Tag gemeldet wurden – ein höheres Tempo als beim Ausbruch von 2018‑2020 in der DRK.
Ausweitung der Reaktionskapazitäten
In den ersten 100 Tagen hat sich das Testnetzwerk von einem einzelnen Labor auf 19 Labore ausgeweitet, die gemeinsam mehr als 3.000 Proben täglich analysieren können. Die Behandlungskapazität stieg von weniger als zehn Betten auf über 1.300, die Gemeinschaftsarbeit erreichte mehr als 2,5 Millionen Menschen, und die Kontaktverfolgung verbesserte sich von neun Prozent in der ersten Woche auf 84 Prozent am 18. August.
Fortbestehende Hindernisse
Unsicherheit, Vertreibung, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und erschwerter Zugang zur Versorgung behindern die Eindämmung weiterhin. Rund 60 % der Todesfälle ereignen sich außerhalb von Behandlungseinrichtungen, was die Schwierigkeiten bei der frühen Fallidentifikation und schnellen Verlegung in geeignete Zentren verdeutlicht.
Humanitäre Lage
Der Ausbruch fällt in eine breitere humanitäre Krise, in der viele Menschen unter Unterernährung und mangelndem Zugang zu sicherem Trinkwasser leiden. Die WHO‑Direktorin Dr. Marie Roseline Belizaire betont, dass humanitäre Hilfe parallel zur Ebola‑Bekämpfung bereitgestellt werden muss.
Prioritäten der WHO
Der WHO‑Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte ein verstärktes Engagement der Gemeinden, eine Erhöhung der Überwachung und Kontaktverfolgung auf 95 %, den Ausbau der Behandlungskapazität auf 3.000 Betten, verbesserten Schutz für Gesundheitspersonal – 50 Fachkräfte sind bereits verstorben, 155 haben sich infiziert – sowie eine verstärkte grenzüberschreitende Vorbereitung.
Grenzüberschreitende Risiken
Obwohl derzeit keine Ebola‑Fälle in Südsudan gemeldet sind, besteht ein Risiko durch Bevölkerungsbewegungen. UN‑Agenturen unterstützen Präventionsmaßnahmen, darunter Überwachung an Grenzübergängen, Schulungen für Gesundheitspersonal und Aufklärung über Radio und soziale Medien. Der UN‑Humanitäre Koordinator für Südsudan, Ramanathan Balakrishnan, wies nach der Entführung von vier Helfern auf die Notwendigkeit erhöhter Sicherheit für humanitäres Personal hin.
UN‑Unterstützung vor Ort
Die UN hat mehr als 260 Expertinnen und Experten entsandt, über 330 Tonnen medizinische und logistische Hilfsgüter bereitgestellt und 5,6 Millionen US‑Dollar für Notfallmaßnahmen bereitgestellt. Das UN‑Fonds für Bevölkerung und Entwicklung (UNFPA) unterstützt Infektionsprävention in Gesundheitseinrichtungen und bietet Aufklärung sowie Betreuung für Schwangere und Überlebende von geschlechtsspezifischer Gewalt. Das Welternährungsprogramm (WFP) leistet Notfallhilfe und medizinische Evakuierungen über den UN‑Humanitarian Air Service (UNHAS).
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
Ende der Uebertragung