UN: Ebola-Ausbruch in der DR Kongo belastet vor allem Männer und Jungen
Hohe Infektionsrate unter Männern
Die Gesundheitsbehörden der Demokratischen Republik Kongo melden, dass über 54 Prozent der bestätigten Ebola‑Patienten Männer sind. Jungen im Alter von zehn bis siebzehn Jahren machen 51 Prozent der Fälle in dieser Altersgruppe aus. Diese Zahlen wurden von Dr. Setcheme Mongbo, UN‑Women‑Vertreter im Kongo, nach einem Besuch in der Krisenstadt Bunia veröffentlicht.
Pflichtbewusste Pflegekräfte
Dr. Mongbo betont, dass Männer nicht nur in Gesundheitseinrichtungen als Pfleger tätig sind, sondern auch in Haushalten und Gemeinden die Versorgung von Kranken übernehmen. Sie erklären, dass diese Rollen das Risiko einer Ansteckung erhöhen, weil Schutzkleidung häufig fehlt.
Stigmatisierung und Angst vor Kliniken
Einige Betroffene berichten, dass der Besuch eines Ebola‑Behandlungszentrums als „Einweg‑Reise“ empfunden wird, weil sie Angst haben, von ihren Familien getrennt zu werden. Zusätzlich führen Stigmatisierung und Sorgen um persönliche Sicherheit zu Verzögerungen bei der Inanspruchnahme medizinischer Hilfe.
Unzureichende Erfassung von Todesfällen
Dr. Mongbo weist darauf hin, dass zahlreiche Todesfälle in privaten Haushalten nicht in den offiziellen Statistiken erscheinen. Sie nennt Beispiele, bei denen innerhalb eines Tages vier Männer zu Hause verstarben, ohne dass diese Fälle dokumentiert wurden. Laut aktuellen Daten ereignen sich zwei Drittel der gemeldeten Todesfälle außerhalb von Kliniken.
Einschränkung des Zugangs zu Gesundheitsdiensten
Der Ausbruch erschwert Männern den Zugang zu reproduktiven und maternalen Gesundheitsleistungen, die bereits vor der Krise begrenzt waren. Jahrzehnte an Konflikten, unsichere Lage und schlechte Straßeninfrastruktur verschärfen die Problematik weiter.
Wirtschaftliche Folgen für Händler
Der Handelssektor ist stark betroffen: Viele Männer, die als Händler tätig sind, sehen ihr tägliches Einkommen um 20 bis 30 Dollar sinken. Diese Einkommensverluste gefährden die Ernährung ihrer Familien und erhöhen das Risiko, selbst erkrankt zu werden.
Rolle von Männer‑geführten Organisationen
Nach Angaben von UN Women erhalten 86 Prozent der von Männern geführten Organisationen keine finanzielle Unterstützung für die Ebola‑Bekämpfung, und neun von zehn sind nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden. Die UN‑Women‑Vertretung plant, am kommenden Dienstag eine umfassende Strategie zur Einbindung von Männern in die Reaktion zu starten.
Schlussfolgerung
Dr. Mongbo fasst zusammen, dass Männer nicht nur von Ebola betroffen sind, sondern auch entscheidend zur Eindämmung der Epidemie beitragen können, wenn ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten stärker berücksichtigt werden.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required).
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