International: WHO warnt vor Ebola-Ausbruch in der DR Kongo
AusmaĂź des Ausbruchs
Der Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo ist mit 2.273 gemeldeten Fällen und 796 Todesopfern der drittgrößte in der Geschichte und breitet sich im ersten Monat schneller aus als frühere Epidemien, wie der WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus am 16. Juli mitteilte.
Ăśbertragung und Herausforderungen
Intensive Übertragung konzentriert sich auf die Provinz Ituri, wobei über 80 % der Neuinfektionen außerhalb bekannter Kontaktlisten auftreten und etwa zwei Drittel der Todesfälle in Gemeinden verzeichnet werden, wo keine Behandlung in Gesundheitseinrichtungen erfolgt.
Einfluss des Konflikts
Aktive bewaffnete Konflikte behindern die Einsätze, zuletzt durch einen Angriff auf ein Ebola‑Behandlungszentrum in Bunia, was die Erreichbarkeit betroffener Gemeinden weiter erschwert.
Erweiterte Kapazitäten
Die Behandlungsinfrastruktur wurde auf mehr als 800 Betten ausgebaut, die Laborkapazität von einem auf 16 Labore erhöht und die Nachverfolgungsrate von Kontakten auf nahezu 80 % gesteigert. Über 21.000 Gemeindegesundheitsarbeiter werden ausgebildet, und sichere Bestattungen wurden verbessert.
Genesungen und Forschung
Bisher haben 377 Patienten die Krankheit ĂĽberlebt. Trotz Fortschritten in Forschung und Therapeutika stehen noch keine zugelassenen Impfstoffe oder spezifischen Behandlungen zur VerfĂĽgung.
Entwicklung in Uganda
Im Nachbarland Uganda wurde der letzte bestätigte Ebola‑Patient nach zweimal negativem Test entlassen, womit die 42‑tägige Frist zur offiziellen Beendigung des Ausbruchs beginnt. Uganda meldete seit dem 15. Mai 20 bestätigte Fälle und zwei Todesfälle, wobei 15 Infektionen aus der DR Kongo importiert wurden.
Finanzierungsdefizit
Die WHO betont, dass zur Eindämmung ein Finanzierungsdefizit von über 400 Millionen Dollar besteht und ruft zu zusätzlicher politischer und finanzieller Unterstützung auf. UNICEF weist darauf hin, dass lediglich 25 % der für die Ebola‑Reaktion erforderlichen Mittel verfügbar sind.
Aussagen von UNICEF
UNICEF-Regionaldirektor Gilles Fagninou erklärte, dass die Bekämpfung des Ausbruchs möglich sei, sofern Regierungen, Gemeinschaften und humanitäre Partner schneller und gemeinsam handeln, und betonte, dass das Problem nicht an fehlenden Lösungen, sondern an unzureichender Finanzierung liege.
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