International: Ebola-Todesopfer in der DR Kongo überschreiten 2.000
Aktuelle Lage
Die Zahl der Todesopfer durch die Ebola‑Viruskrankheit hat in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) die Marke von 2.000 überschritten, wobei die Hälfte der Todesfälle in den letzten 20 Tagen gemeldet wurde. Die Gesundheitsbehörden des Landes gaben am 15. Mai die Ausbreitung des Bundibugyo‑Stamms als Notfall bekannt, und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die Situation zwei Tage später zu einem internationalen Gesundheitsnotfall.
Ausmaß des Ausbruchs
Bisher wurden über 4.000 Fälle bestätigt, womit dieser Ausbruch zum zweitgrößten und am schnellsten wachsenden Ebola‑Ereignis in der Geschichte zählt. Nur der Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016 mit mehr als 11.000 Todesopfern war größer. Derzeit liegt die Sterblichkeitsrate bei rund 50 %.
Mutationssorgen und Impfstoffentwicklung
Lokale Gesundheitsbehörden äußerten Bedenken, dass der Virus mutieren könnte. Der Direktor des Africa Centres for Disease Control and Prevention traf sich dazu mit WHO‑Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, um die Gefahr zu prüfen. Für den Bundibugyo‑Stamm existieren bislang keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien. Impfstoffstudien wurden in Kanada und dem Vereinigten Königreich genehmigt, deren Ergebnisse jedoch erst in mehreren Monaten erwartet werden. Therapieversuche laufen im Ituri‑Gebiet, dem Epizentrum der Epidemie.
Sicherheitslage und Hindernisse
Die Eindämmung des Virus wird durch anhaltende Gewalt nicht‑staatlicher bewaffneter Gruppen im Osten des Landes erschwert. Mindestens ein Dutzend Behandlungseinrichtungen wurden angegriffen, häufig ausgelöst durch Angst, Fehlinformationen und tiefes Misstrauen der Bevölkerung gegenüber externen Akteuren. Die WHO schätzt, dass 60‑70 % der Ebola‑Todesfälle in Gemeinschaften auftreten, weil viele Patienten erst zu spät ärztliche Hilfe erhalten.
Aktuelle Angriffe und humanitäre Folgen
Laut dem Amt für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen (OCHA) wurden am Freitag im Dorf Banana École im Ituri‑Bezirk mindestens 13 Zivilisten getötet, mehrere Personen entführt und Häuser niedergebrannt. Mehr als 28.000 Menschen wurden daraufhin vertrieben. Die Angriffe werden mutmaßlich von lokalen IS‑IL‑Gruppen verübt.
Reaktion der Vereinten Nationen
UN‑Deputy‑Spokesperson Farhan Haq erklärte, dass OCHA gemeinsam mit Partnern die Grenzregion zu Ruanda auf eine mögliche Ausbreitung vorbereite. Ruanda habe bislang keine Fälle gemeldet, bleibe jedoch aufgrund häufiger Grenzübertritte gefährdet. Die WHO habe ruandische Gesundheitsarbeiter in Prävention und Überwachung geschult. Die UN unterstütze die Einrichtung mobiler Testlabore, Kinderkrippen, den Schutz von Gesundheitseinrichtungen sowie die Verteilung von Schutzausrüstung und Hygienematerial.
Aufruf zu Schutz und Zugang
„Wir wiederholen unseren Aufruf an alle Konfliktparteien, Zivilisten zu schützen und den sicheren, ungehinderten humanitären Zugang zu den von Gewalt und Ausbruch betroffenen Gemeinden zu gewährleisten“, sagte Haq. Die UN‑Koordinatoren betonten, dass ein verstärktes Engagement aller Akteure nötig sei, um Leben zu retten und die Ausbreitung des Virus zu stoppen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Vereinte Nationen, lizenziert unter Public Data / Terms of Use (Attribution Required). Quelle unterliegt den Nutzungsbedingungen der jeweiligen internationalen Organisation.
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