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ECB-Boardmitglied Cipollone erläutert Digital-Euro-Entwicklung und Pilotprojekt
AI GENERATED 15.07.2026 13:00 Wirtschaft und Finanzen

ECB-Boardmitglied Cipollone erläutert Digital-Euro-Entwicklung und Pilotprojekt

EU: ECB-Boardmitglied Cipollone zum Digital-EuroParlamentsentscheidung und LegitimationDer Europäische Zentralbank hat am 10. Juli 2026 ein Interview mit Piero Cipollone, Mitglied des Vorstands, veröffentlicht. In diesem Gespräch erklärt Cipollone,…

EU: ECB-Boardmitglied Cipollone zum Digital-Euro

Parlamentsentscheidung und Legitimation

Der Europäische Zentralbank hat am 10. Juli 2026 ein Interview mit Piero Cipollone, Mitglied des Vorstands, veröffentlicht. In diesem Gespräch erklärt Cipollone, dass das Europäische Parlament mit fast 70 % Stimmen dem Digital‑Euro zugestimmt habe. Die Abstimmung verleihe dem Projekt große Legitimität, weil das Parlament die Interessen von Bürgern, Händlern und Banken vertrete.

Datenschutz und Bedenken

Auf die Kritik von Abgeordneten, die den Schutz der Privatsphäre und die Gefahr einer umfassenden Überwachung betonen, reagiert Cipollone, dass das Design des Digital‑Euro höchste derzeit verfügbare Datenschutzstandards integriere. Offline‑Zahlungen sollen ein cash‑ähnliches Maß an Anonymität bieten, während bei Online‑Transaktionen nur die Bank, nicht die Zentralbank, über die Identität des Zahlenden informiert wird.

Technische und geopolitische Dimension

Der Vorstand erklärt, dass die Bereitstellung einer digitalen Form von Zentralbankgeld im Kern eine technische Aufgabe sei, die jedoch im aktuellen geopolitischen Umfeld zusätzliche Vorteile bringe. Da ein Großteil der Zahlungsinfrastruktur außerhalb Europas liege, könne der Digital‑Euro die Unabhängigkeit und Kontinuität des Zahlungssystems stärken.

Pilotprojekt 2027

Der geplante Pilot soll im September 2027 starten und zunächst in kleinem Rahmen durchgeführt werden. Dabei nehmen Händler, Banken sowie Mitarbeitende der Europäischen Zentralbank und der nationalen Zentralbanken teil. Nach einer Ausschreibung im März bewarben sich über 50 Zahlungsdienstleister, von denen 36 ausgewählt wurden, darunter französische Anbieter wie BPCE und Worldline, um eine breite Abdeckung des Euroraums zu gewährleisten.

Geschäftsmodell und Gebührenstruktur

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kartenzahlungen, bei denen Kunden, Händler, Banken, Zahlungsdienstleister und Karteninhaber Gebühren zahlen, soll der Digital‑Euro von der EZB und den nationalen Zentralbanken ohne Transaktionsgebühren betrieben werden. Die dadurch entstehenden Einsparungen könnten laut Cipollone künftig zwischen Händlern und Banken verteilt werden, wobei die genaue Aufteilung noch von den Gesetzgebern festgelegt wird.

Sicherheit und Kosten

Die EZB betont, dass Cybersicherheit höchste Priorität habe. Das Eurosystem betreibe bereits drei hochsichere Zahlungssysteme, darunter T2, das ein Volumen in Höhe des jährlichen BIP des Euroraums verarbeite. Für die Entwicklung des Digital‑Euro schätze die EZB die Gesamtkosten auf rund 1,3 Milliarden €, die jährlichen Betriebskosten auf etwa 320 Millionen €. Diese Aufwendungen sollen durch die Einnahmen aus der Geldschöpfung, das sogenannte Seigniorage, ausgeglichen werden.

Vergleich mit privaten Lösungen

Im Interview wird zudem der Unterschied zum privaten Zahlungssystem Wero erläutert. Während Wero auf Bankguthaben basiert, ist der Digital‑Euro Zentralbankgeld und damit in allen europäischen Geschäften akzeptiert, unabhängig von Internetverbindung. Die Integration des Digital‑Euro könne private Lösungen wie Wero unterstützen, indem sie deren Akzeptanz erweitert und Transaktionsgebühren senkt.Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.

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