Der Governing Council der Europäischen Zentralbank hat am 9. und 10. September 2026 in Berlin beschlossen, die Zinsen weiter anzuheben, weil die Inflation im Euroraum im August auf 3,3 % gestiegen ist und die Energiepreis‑Inflation bei 14,3 % liegt.
Finanzmarktentwicklung
Seit dem Treffen am 22.–23. Juli 2026 haben steigende Energiepreise und die Eskalation der US‑Iran‑Konflikte die europäischen Finanzmärkte dominiert. Die Renditen langfristiger Anleihen sind weltweit gestiegen, wobei die US‑Marktbedingungen den Anstieg mit hohen Emissionen und fiskalischen Unsicherheiten begünstigt haben. In der Eurozone hat die nominale Overnight‑Index‑Swap‑Kurve (OIS) parallel nach oben verschoben, getrieben von höheren Inflationserwartungen und einer erwarteten geldpolitischen Straffung.
Inflationsentwicklung
Der Ölpreis lag bei 97 USD pro Barrel, ein Anstieg von 3 % seit Juli, während die europäischen Diesel‑Crack‑Spreads über 70 USD pro Barrel lagen – mehr als das Dreifache des Vor‑Krieg‑Niveaus. Der Gaspreis erreichte 73 € pro MWh, 17 % höher als im Juli. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HICP) zeigte im August 3,3 % Inflation, gegenüber 2,9 % im Juli. Die Lohnentwicklung betrug 3,3 % jährlich im zweiten Quartal, während die Arbeitsproduktivität das Wachstum der Stückkosten auf 2,6 % reduzierte.
Zinsprognosen und Terminalrate
Die Marktteilnehmer erwarten, dass die terminale Leitzinsrate der EZB erstmals über 3 % liegt. Bis Ende 2027 werden insgesamt 84 Basispunkte an Zinserhöhungen eingepreist, gegenüber 64 Basispunkten zum Juli‑Treffen. Die Umfrage unter Monetär‑Analysten deutet auf einen moderateren Anstieg hin, wobei ein einziger zusätzlicher Anstieg beim September‑Treffen prognostiziert wird.
Externe Schocks und deren Einfluss
Die anhaltende Konfliktsituation im Nahen Osten und die jüngsten Entwicklungen im russischen Krieg gegen die Ukraine haben die Energiepreise weiter nach oben getrieben. Gleichzeitig haben die koordinierten Interventionen der USA und Japans zur Stützung des Yen zu einer kurzfristigen Aufwertung des Yen gegenüber dem US‑Dollar geführt, während der Euro gegenüber dem Dollar leicht aufgewertet hat.
Ausblick für die Geldpolitik
Der Rat betont, dass die Finanzbedingungen seit dem letzten Treffen moderat verschärft wurden, hauptsächlich durch höhere langfristige Nominal‑ und Realzinsen sowie die Teilaufwertung des Euro. Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Geldpolitik vorsichtig, da die mittelfristigen Inflationsaussichten über dem Ziel von 2 % liegen, während die strukturellen Treiber – insbesondere die Energiepreise – weiterhin Unsicherheiten erzeugen.
Dieser Bericht basiert auf Informationen von Europäische Zentralbank, lizenziert unter Creative Commons BY 4.0 (Europäische Union). Enthält Informationen von Organen der Europäischen Union.
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